Medien : Wechselspiele bei „Bild“ und „BamS“

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Seit elf Jahren ist Alfred Merta bei „Bild am Sonntag“ das, was ein Chefredakteur den perfekten Stellvertreter nennt. Der 51-Jährige war bei „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Express“, bevor er zu Springer nach Hamburg wechselte. Nochmals den Vertrag verlängern, wollte er nun nicht mehr. Pläne für die Zukunft gibt es noch keine, möglicherweise wird es Merta ins Rheinland zurückziehen. Wie das Stellvertretermodell bei „Bild am Sonntag“ nach Mertas Abgang aussehen wird, ist offen. Dem Vernehmen nach könnte eine Frau den Posten übernehmen – passend zum Bestreben, die einst männerlastige „BamS“ zunehmend auch für Frauen interessant zu machen.

Gekündigt hat Ulrich Deupmann. Einst beim „Spiegel“, leitet er seit 2004 das Parlamentsbüro von „BamS“. Künftig soll er nach Tagesspiegel-Informationen beratend in Diensten von Minister Frank-Walter Steinmeiers Auswärtigem Amt stehen.

Spannung verspricht die Entscheidung über eine weitere Personalie. Sie betrifft Michael Backhaus, der als Mitglied der gemeinsamen Chefredaktion von „Bild“ und „BamS“ erst seit einem Jahr die Politik verantwortet. Seine Vorstellung von Boulevardjournalismus, der Qualität und Seriosität nicht ausschließt, ließ sich bei „Bild“nicht umsetzen. Zuletzt entzündete sich seine Kritik an der neuen Kolumne, in der FDP-Chef Guido Westerwelle freitags auf die Regierung eindrischt. Backhaus, der für „Bild“ einen Chefredakteursposten in Passau aufgab, arbeitete früher lange Jahre bei Reuters und beim „Stern“. Sollte er bei „Bild“ ausscheiden, könnte das bedeuten, dass mit Ausnahme des Sports jegliche Synergien zwischen „Bild“ und „BamS“ enden. Im Unterhaltungsressort arbeiten die Blätter wieder getrennt, seitdem der umstrittene Journalist Martin Heidemanns nurmehr für „Bild“ zuständig ist. usi

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