Wechselspiele : Casting-Show

Markus Lanz für Günther Jauch? Jörg Pilawa wechselt zum ZDF. Harald Schmidt für Mathias Richling? Das Moderatoren-Karussell dreht sich unermüdlich.

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Günter Jauch.
Günter Jauch.Foto: dpa

Der Wechsel von ARD-Moderator Jörg Pilawa zum ZDF noch in diesem Herbst, Günther Jauchs Wiedereinstieg bei der ARD als Talker und dessen frei werdender Moderatoren-Stuhl bei RTL und „Stern TV“, laufende Vertragsverhandlungen des ZDF mit seinem Talkstar Markus Lanz und zu guter Letzt noch eine überraschende Debatte, wohin es denn mit Harald Schmidt im Ersten gehen kann, wenn es wegen der vielen ARD- Talks keinen Platz mehr für Schmidts Late-Night-Show geben sollte – am großen Moderatoren-Karussell wird derzeit kräftig gerüttelt.

Die Suche nach einem Nachfolger für Günther Jauch bei „Stern TV“ beispielsweise hat offenbar begonnen. Laut einem Branchenbericht des Magazins „W&V“ wurden kürzlich Probeaufnahmen mit verschiedenen RTL-Moderatoren gemacht. Erst im Frühjahr 2011 wird Jauch die Moderation bei „Stern TV“ abgeben, ein Nachfolger soll von Jauchs Produktionsfirma „i+u“ bereits jetzt gesucht werden. Nachdem zuletzt öfters zu hören war, dass der ZDF-Talker und ehemalige RTL-„Explosiv“-Macher Markus Lanz ein heißer Kandidat für das Mittwochsmagazin sein soll, scheinen die Zeichen auf eine RTL-interne Lösung zu deuten.

„i+u“ soll mehrere Piloten mit möglichen Jauch-Nachfolgern aufgezeichnet haben. Von vier Kandidaten wird berichtet, die allesamt für RTL vor der Kamera standen oder stehen: „Punkt 12“-Moderatorin Katja Burkhard, die „Explosiv“-Moderatorinnen Nazan Eckes und Janine Steeger sowie Leonard Diepenbrock. Ein RTL-Sprecher wollte diesen Bericht nicht kommentieren. Es werde bei „Stern TV“ einen geordneten Übergang von Günther Jauch zu seinem Nachfolger geben. Das werde „zu einem gegebenen Zeitpunkt“ kommuniziert, wahrscheinlich Anfang des kommenden Jahres.

Wechsle dich. Günther Jauch gibt im Frühjahr 2011 die Moderation von „Stern TV“ ab. Markus Lanz und Nazan Eckes werden als Nachfolger gehandelt. Foto: RTL
Wechsle dich. Günther Jauch gibt im Frühjahr 2011 die Moderation von „Stern TV“ ab. Markus Lanz und Nazan Eckes werden als...

Bemerkenswert ist, das der für die Jauch-Nachfolge bislang am meisten gehandelte Name, Markus Lanz, derzeit „gute Gespräche“ mit ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut über eine Vertragsverlängerung führt, wie ZDF-Sprecher Alexander Stock dem Tagesspiegel sagte. Der Vertrag läuft 2011 aus. „Das Aufgabenfeld von Markus Lanz bei uns ist umfangreich.“ Lanz präge mit seiner Sendung „Markus Lanz“ die späte Talkleiste am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Außerdem präsentiert er eine Kochsendung am Freitagabend. Im Herbst soll er das Primetime-Quiz „Gut zu wissen“ übernehmen, und schließlich wird er Protagonist der groß angelegten Doku-Reihe über den „Wettlauf zum Südpol“, die im ZDF 2011 ausgestrahlt werden soll.

Keine Chance für RTL und „Stern TV“, sollte man glauben, aber Lanz’ Position bei den Vertragsverhandlungen mit dem ZDF dürfte sich durch die nicht enden wollenden Spekulationen zumindest nicht verschlechtert haben. Ein Argument für einen Wechsel zu RTL: Insider meinen, ein Moderator Markus Lanz könnte die Marke „Stern TV“ am ehesten auf Augenhöhe mit einem Günther Jauch halten. Der wird 2011 für die ARD den sonntäglichen Polittalk auf dem Sendeplatz von „Anne Will“ übernehmen. Dadurch wird das Programmgefüge im Ersten durcheinandergebracht, was die Platzierung der einzelnen Talks betrifft: Jauch am Sonntag, Beckmann am Montag, Maischberger am Dienstag, Plasberg am Mittwoch – und Anne Will neu am Donnerstagabend? Wohin dann mit der Late-Night-Show von Harald Schmidt? Der soll bei der ARD für eine neue Sendung im Gespräch sein. Ab 2011 könnte Schmidt den „Satire Gipfel“ von Mathias Richling übernehmen, dessen Stern im Ersten zu sinken scheint. Die Beteiligten äußern sich auf Nachfrage dazu nicht, sie sind im Urlaub. Für die ARD erscheine diese Lösung „geradezu ideal“, wurde ein Senderverantwortlichen im „Spiegel“ zitiert. Man beteilige sich nicht an Spekulationen, heißt es nun bei der ARD-Programmdirektion in München. Eines ist sicher: Das Moderatoren-Karussell wird sich noch eine Weile weiterdrehen – und am Ende für jeden etwas übrig haben.

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