Medien : Weg, einfach weg

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Allen Ross. Wie kann ein Mensch spurlos verschwinden? Und warum nur weiß niemand darüber Bescheid? Diese Frage stellte sich auch der Münchner Dokumentar-Filmer Christian Bauer („Das zweite Leben der Marlene“), der zusammen mit dem amerikanischen Kameramann sieben Filme drehte. Bauer und Allen, das waren Freunde, enge Freunde gar. Im November 1995 dann, nach den gemeinsamen Dreharbeiten am Mississippi, verschwindet Allen und ward nie wieder gesehen. Irgendwann, da muss es Bauer in den Fingern gejuckt haben, da muss sein Inneres ihn derart angetrieben haben, dass er sich auf Spurensuche begab: „Missing Allen“ (Arte, 22 Uhr 15), ein dokumentarischer Langfilm von 91 Minuten, auf internationalen Festivals wie Venedig oder Montreal bereits preisgekrönt, zeichnet diese Suche nach, diese Odyssee ins biografische Dunkel. Eine Reise, die nicht eben ungefährlich war, stellte sich doch alsbald heraus, dass Allen Chicago verlassen hatte, um einer ominösen Sekte beizutreten, um anscheinend ein neues Leben zu beginnen, von dem nicht einmal seine Freunde etwas ahnten. Diesen anderen Allen Ross, ihn kannte wohl niemand, auch Christian Bauer nicht. Und diese latente Atmosphäre der Bedrohung, der Bauer und sein kleines Team, Kameramann Michael Göck und Tonmann Harald Stuckmann, ausgesetzt waren, sie zieht sich denn auch durch diesen ungemein dichten, packenden Dokumentarfilm. Dass Allen ermordet sein könnte, das ist die bittere Ahnung Bauers, die sich zunehmend verdichtet. wyd

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