Medien : Wen lädt "Sabine Christiansen" am häufigsten ein?

Joachim Huber

Hat "Sabine Christiansen" ein großes Herz für kleine Parteien? Die Gästeliste der ARD-Talkshow für 2001 sieht die Bündnisgrüne Renate Künast an der Spitze. Die Verbraucherministerin "profitierte" eindeutig von der BSE-Krise. Im Pulk der vier Mal Geladenen befindet sich Gregor Gysi, begünstigt von der Berlin-Wahl - und von Gregor Gysi. Der PDS-Politiker ohne gewichtiges Amt hat eine eigene, gern nachgefragte Talkshow-Qualität. Diesen Bonus besitzt auch Jürgen Möllemann von der FDP, doch führen bei den Freidemokraten (noch) Parteichef Guido Westerwelle und der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gerhardt das Wort. Das Unentschiedene in der CDU-Opposition spiegelt sich im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Parteichefin Angela Merkel, Fraktionsvorsitzendem Friedrich Merz und Generalsekretär Laurenz Meyer. CSU-Chef Edmund Stoiber sieht das bestimmt mit Genuss und aus der Ferne. Und wo, bitte, talkt die SPD? Die Regierungspartei geht bei "Sabine Christiansen" in die Breite: zahlreiche Fachminister sind zahlreichen Einladungen gefolgt. Der Kanzler und Parteivorsitzende Gerhard Schröder kommt ganz, ganz selten und wenn, dann hat er sich vorher selbst eingeladen. Innenminister Otto Schily sagt ab, sofern er Claudia Roth in der Runde weiß. Da die Grünen-Chefin häufig bei "Christiansen" vorbeischaut, fehlt Schily gerne oft. Außenminister Joschka Fischer geht lieber zu "Maischberger" bei n-tv. Über die Einladungspraxis erweist sich "Sabine Christiansen" als hochkarätige Polit-Runde, der "schräge" Gäste fehlen. Eine "Allzweckwaffe" wie der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der keiner Konfrontation auswich, ist nicht in Sicht. Dietrich Austermann, haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, würde immer kommen. Nur eingeladen wurde er noch nie.

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