Medien : Wenn Arte Postkarten verschickt

Reihe zeigt Touristenziele aus der Vogelperspektive

Thomas Gehringer

Haben Sie im Urlaub die Akropolis besichtigt? Waren Sie in London, Rom oder Budapest? Standen Sie staunend vor dem Loire-Schloss Chenonceau oder der Kathedrale Sagrada Familia in Barcelona? Dann schickt Ihnen Arte eine hübsche Urlaubserinnerung hinterher. In der zehnteiligen Reihe „Der Himmel über Europa“ schwebt die Kamera über Sehenswürdigkeiten von kontinentalem Rang, beginnend natürlich in Griechenland, der Wiege der europäischen Zivilisation.

Der für Touristen ungewöhnliche Blick aus der Vogelperspektive macht den Reiz dieser Reihe aus. Langsam fährt die Kamera von allen Seiten an der Akropolis, über der blendend weiß strahlenden Kykladen-Insel Mykonos und an den atemberaubend auf Felssäulen gelegenen Meteora-Klöstern entlang. Dazu erklingt klassische Musik oder griechische Folklore. Jedes der drei Ziele wird elegant eingeleitet von einer gemalten Postkarten-Ansicht, die schließlich lebendig wird. Ein bisschen mehr als ein Urlaubsfilm auf gehobenem Niveau sind die 26 Minuten langen Folgen schon: Autorin Geneviève Roger besucht Restauratoren auf der Akropolis, einen orthodoxen Priester auf der an Kirchen und Kapellen reichen Insel Mykonos und eine Ordensschwester des Klosters Roussano. „Wir sind voller Bewunderung. Mein Gott, ist das schön“, entfährt es Schwester Maximie mit Blick auf die Meteora-Klöster.

Die Bilder geben ihr Recht. Aber über die Auswahl der Reiseziele lässt sich streiten. Die beliebtesten Touristen-Orte, weniger die Naturschönheiten Europas haben die Autoren im Blick, auch wenn in jeder Folge ein landschafts-typischer Flecken enthalten ist. In Deutschland (28. August) fliegt die Kamera über den Kölner Dom, den Berliner Reichstag und das Schloss Neuschwanstein. In der Frankreich-Folge (25. August) beginnt die von Arte Frankreich produzierte Reihe kurioserweise ausgerechnet auf Korsika und macht um Paris einen großen Bogen, obwohl ansonsten die wichtigsten europäischen Hauptstädte durchaus vertreten sind. Und Portugal, Tschechien, Norwegen, die Schweiz, die Beneluxländer sowie beinahe ganz Südost- und Osteuropa sind nur blinde Flecken unter dem „Himmel über Europa“. Aber dafür sind noch genügend Ziele übrig für eine zweite Staffel.

„Der Himmel über Europa“, Arte, Montag bis Freitag, 20 Uhr 15

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