Medien : Wenn die Pfunde purzeln

„Von null auf 42“: Eine dreiteilige Reihe schickt sieben unsportliche Menschen auf den Weg zum New York Marathon

s. schellhammer

„Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennen lernen willst, dann lauf einen Marathon.“ Dieses Zitat des legendären Marathonläufers Emil Zatopek machten Arte, SWR und NDR zum Ausgangspunkt eines wissenschaftlichen Experiments, bei dem sieben Nichtläufer nach zwölf Monaten Training den New York Marathon in Angriff nehmen sollten: „Von null auf 42“.

Nicht gerade einfach für „Mücke“ aus Berlin (60 Jahre, 95 Kilo) oder Anna aus Hamburg (52 Jahre, 90 Kilo), die Hauptfiguren der ersten Folge, aber machbar, wie sich zeigt. „Wenn ein Mensch laufgesund ist und Schritt für Schritt an einen Marathon herangeführt wird, ist das gesundheitliche Risiko äußerst gering, der gesundheitliche Gewinn dagegen groß", sagt Dr. Thomas Wessinghage, Ex-Europameister über 50000 Meter und Ärztlicher Direktor der Reha-Klinik Damp/Ostsee, der die sieben Teilnehmer medizinisch betreute. Nach Blutuntersuchungen und Laufbandanalysen wurde für jeden ein Trainingsplan ermittelt. So darf Anna am Anfang nur Walken, weil sie schon nach dem Gang zum Einkaufen einen Belastungspuls wie ein Sportler nach mehreren Kilometern Dauerlauf hat. Ebenso ergeht es „Mücke“. Nach einem mühsamen Beginn kann man zusehen, wie die Pfunde purzeln. Am Ende hat er 23 Kilo abgenommen und wird leichtfüßig 42 Kilometer durch New York gejoggt sein.

17000 Bewerbungen gingen für dieses Projekt ein. Die ausgewählten sieben sind dabei ein guter Durchschnitt aller Alters- und Gewichtsklassen. Spannend ist der Wechsel zwischen euphorischen Höhepunkten und dramatischen Abstürzen, wenn etwa Bänder und Sehnen streiken oder die Motivation auf null sinkt.

Das Trio, das für Buch, Regie und Schnitt zuständig war, besteht aus drei bewährten Fachkräften für diese Art von Dokumentationen. Rolf Schlenker war beim SWR verantwortlich für das Zeitreise-Experiment „Schwarzwaldhaus 1902“, Marcus Vetter, der für „Von Null auf 42“ mit 240 Stunden Filmmaterial einen Schnittmarathon veranstaltete, wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, und Harold Woetzel hat zahlreiche Wissenschaftsdokumentationen gedreht.

„Von Null auf 42“; Arte, 19 Uhr

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