Medien : Wer braucht das neue Office 2007?

Wer braucht das neue Office 2007?

An Reinhold Scheck

Ich bin unsicher, ob ich als Privatanwender schon jetzt auf Microsoft Office 2007 umsteigen soll. Was ist wirklich neu und was muss ich bei einem Wechsel beachten?

Allgemein und pauschal lässt sich Folgendes sagen: Für den Privatanwender gibt es vorläufig nur wenige Gründe, die einen raschen Wechsel empfehlenswert erscheinen lassen. Zunächst: Jede umfangreiche Neuauflage von Anwendungsprogrammen hatte bisher in der Anfangsphase mit „Kinderkrankheiten“ zu kämpfen. Dann: Die rein technischen Neuerungen von Word, Excel, PowerPoint, Outlook und weiteren Office-2007-Programmen bringen für den professionellen Einsatz in Büro und Unternehmen etliche und zum Teil ganz erhebliche Vorteile. Der Privatanwender hingegen wird sich in erster Linie fragen müssen, was im alltäglichen Umgang mit den Programmen neu und besser geworden ist und ob diese Veränderungen den durchaus aufwendigen Umstieg rechtfertigen. Wer schon privater Nutzer von Office 2003 ist, wird in Office 2007 nur wenige Leistungsmerkmale antreffen, die in der bisher vertrauten Arbeitsumgebung nicht zu finden waren. Zwar sind dort etliche dieser Funktionalitäten umgestaltet und erheblich erweitert, ansonsten aber gilt der Satz: „Neun von zehn Nutzern wünschen sich unter Microsoft Office heutzutage Funktionen, die die Software längst bietet.“ Nur – welche sind das und wo sind sie zu finden?

Gerade der letztgenannte Aspekt spielt beim Umstieg auf die 2007-Versionen eine ganz entscheidende Rolle. Das gilt im Positiven wie im Negativen. Positiv: Vieles, was in den Vorgängerversionen ein eher verstecktes Schattendasein führte, ist jetzt leichter und schneller zugänglich. Negativ: Die gerade geschilderten Vorteile werden nur die Neueinsteiger tatsächlich auch als solche erleben, die Umsteiger werden damit ihre Mühe haben. Denn nur wenig ist noch so, wie es vorher einmal war. Office 2007 verlangt gerade von den erfahrenen Nutzern zum Teil gänzlich neue Vorgehens- und Denkweisen. Die neu gestaltete Benutzeroberfläche sieht völlig anders aus als bei den Vorgängerversionen und wird beherrscht von einer so genannten Multifunktionsleiste, die sich oben im Fenster quer über den gesamten Arbeitsbereich erstreckt. Die gewohnte Menü- und Befehlsstruktur gibt es nicht mehr und wer die bislang vertrauten Dialogfelder sucht, wird einige Zeit brauchen, bis er die neuen Zugangswege entdeckt hat. Kurz: Der Umstellungs- und gegebenenfalls Umschulungsaufwand ist erheblich. Ein Zurück zu den vertrauten Strukturen ist nicht vorgesehen, Office 2007 bietet keine Umschaltmöglichkeit zur konservativen Benutzeroberfläche.

Für jene Anwender, die direkt von der Version 2003 auf 2007 umsteigen, gibt es in den ebenfalls neu gestalteten integrierten Programmhilfen einige Unterstützung, die den Wechsel erleichtern.

Die Frage „Welche der acht angebotenen neuen Office 2007-Versionen ist denn nun für meine Zwecke am besten geeignet“ ist genauso komplex. Für die nicht professionelle Anwendung kommen vornehmlich drei Varianten in Betracht: „Office Basic“ mit den Programmen Word, Excel und Outlook, „Office Home and Students“ mit Word, Excel, Powerpoint und One Note sowie „Office Standard“ mit Word, Excel, Powerpoint und Outlook.

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