"Wer wird Millionär Promispecial" : Wie Merkel nicht abhob und Waldemar Hartmann seine Ehre rettete

Nach seiner Blamage im vergangenen Jahr schlägt sich der frühere ARD-Sportmoderator beim WWM-Prominentenspecial wacker. Angela Merkel, der Telefon-Joker von Wolfgang Bosbach, geht allerdings nicht ran.

Richard Weber
Kann wieder lachen: Waldemar Hartmann.
Kann wieder lachen: Waldemar Hartmann.

Es ist für Waldemar Hartmann viel mehr als eine Frage der Ehre. Eine falsch beantworteten Fußballfrage beim "Wer wird Millionär – Prominentenspecial 2013". Der bekannte und von bösen Zeitgenossen auch gerne als Kampfduzer titulierte Moderator wurde mit Kübeln von Häme überschüttet. Er hatte auf die Frage: „Welche Fußballnation konnte bei den bisherigen 19 Weltmeisterschaften nie den Titel im eigenen Land gewinnen?“ ziemlich schnell und ziemlich falsch „Deutschland“ geantwortet. Fertig war die „Größte TV-Blamage aller Zeiten“. Im Netz Spott und Hohn und bei Twitter gab es sogar den Hashtag #waldigate.

Promi-Ausgaben von Spiel- oder Quizsendungen können oft etwas peinlich werden. Vor allem dann, wenn der Moderator nicht die richtige Haltung gegenüber seinen Gästen einnimmt. Entweder es wird seicht, weil der Moderator sich nur säuselnd durch die Sendung schleimt oder es kommt viel Fremdschämen über den Bildschirm, wenn der Moderator meint, er müsse unhöflich und besserwisserisch gegenüber seinen Gästen auftrumpfen. Günther Jauch macht beides nicht.

Mit guter Mischung aus amüsantem Frechsein, wirklichem Interesse und munteren Sprach-Gags zeigt er sich von seiner besten Seite. Neben Waldi sind Fußballlehrer Christoph Daum, CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und die TV-Millionäre Carmen und Robert Geiss gekommen. Normalerweise ist Carmen und ihr langgezogenes „Rooooobbbeeert“ ganz nah am Nervfaktor. Aber hier zeigt die „schrecklich glamouröse“ Fernseh-Dame, das sie doch auch ziemlich authentisch und ziemlich unterhaltsam sein kann.

Angela Merkel geht nicht ran

Wolfgang Bosbach ist ein Politiker, der keine Angst vor Blamagen hat. Dazu besitzt er  viel kölnischen Mutterwitz und er schlägt sich angenehm wacker. Einer der vielen Höhepunkte der Sendung - als Jauch die 500.000 Euro Frage stellt. Nämlich was mit der DDR-Kult-Waschmaschine „WM66“ noch so alles gemacht wurde? Heizstrom erzeugt, Obst eingekocht, Staub gesaugt oder Westradio empfangen? Bosbach bietet als Telefonjoker die Kanzlerin an. Leider geht Angela Merkel nicht ran, sondern nur die Mailbox. Als Ersatz dient ZDF-Talkdame Maybrit Illner. Sie weiß die Antwort nicht und Bosbach gibt sich mit 125.000 Euro zufrieden. Christoph Daum sitzt die ganze Zeit eher missmutig da, aber als er an die Reihe kommt, trumpft er doch auf, entspannt sich sichtbar und schafft souverän ebenfalls die 125.000 Euro. In der Schlussrunde -  Carmen und Robert Geiss.

Und das Frage-Quiz wird zum Ehe-Kampf. Wobei Carmen viel schlauer und schlagfertiger ist als Ehemann Robert. Die beiden geben bei der 500.000 Euro-Frage  - ob Smith oder Jones der in den USA am häufigsten vorkommende Familienname sei – leider auf und schaffen immerhin auch 125.000 Euro. Wer wird Millionär, die letzte Ausgabe vor der Sommerpause, ein gelungenes Fernseh-Highlight. Übrigens auch Waldemar Hartmann schlägt sich mit Hilfe von Telefonjoker Harald Schmidt ziemlich gut. Er schafft auch 125.000 Euro. Damit dürfte die TV-Schmach von 2013 gerächt worden sein. Na hoffentlich reicht das bis zum nächsten TV-Auftritt.

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