Werbung : James Bond bekommt 70 Millionen für Product-Placement

Ein zweistelliger Millionenbetrag wird im James-Bond-Film für die geschickte Platzierung von Produkten gezahlt. Auch in Deutschland könnten bald zehn Prozent des TV-Werbeetats auf diese Weise generiert werden.

Rund 70 Millionen Euro von 20 verschiedenen Firmen fließen in die Herstellung eines James-Bond-Thrillers, eine unvorstellbare Größenordnung für deutsche TV- und Filmproduzenten, aber in den Augen von Marc Schwieger trotzdem nicht ganz unerreichbar. Schwieger ist Geschäftsführer in der Werbeagentur Scholz & Friends und beschäftigt sich mit dem Thema Product-Placement, also wie Werbebotschaften am besten in die Spielhandlungen von Serien, Shows oder Filmen eingebaut werden können. „Ich gehe davon aus, dass Product-Placement bald rund zehn Prozent aller TV-Werbeetats ausmachen wird“, sagte Schwieger am Dienstag in Hamburg.

Seine zuversichtliche Haltung wird nicht von allen geteilt. Martin Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Produktionsfirma MME, meinte in derselben Diskussionsrunde, im Alltag spiele das Thema noch eine untergeordnete Rolle. „Ich denke, Product-Placement wird bei eins, zwei, drei Prozent liegen“, sagte Martin Krapf, Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland. „Erschütternd“ findet er nur, dass die Verabschiedung des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrags, in dem Einzelheiten zum Thema Product-Placement geregelt werden sollen, in den Herbst verschoben wurde. Ob ein Vertragswerk alles regeln kann? Wie weit darf Product-Placement gehen? Muss das Marmeladenetikett auf dem Frühstückstisch zugeklebt werden, wenn der Hersteller nicht als Sponsor der Serie in Erscheinung tritt? Kann eine Ausstattungs-Dokusoap wie „Einsatz in vier Wänden“ überhaupt auf Sponsoren verzichten, weil RTL-Moderatorin Tine Wittler ständig Tapeten, Fliesen und Bohrmaschinen in die Kamera hält? MME-Chef Hoffmann meint: „Ein ,Traumschiff’ ohne Kreuzfahrtschiff aus einer deutschen Werft ist für die Fernsehreihe undenkbar.“dpa/Tsp

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