Wetten, dass...? : Balearen ohne Ballermann

Es ist wieder Sommer und Thomas Gottschalk mit Promis auf Mallorca. Doch kommt die Sommerstimmung nur mühsam in Fahrt. Eine TV-Kritik an "Wetten, dass..?“

Kurt Sagatz
Lena Gerke und Thomas Gottschalk
Lena Gercke auf "Haarfühlung" mit Thomas Gottschalk. -Foto: ddp

Was ist anders auf Mallorca? Zum einen: So knapp war „Wetten, dass..? selten bis nie. Die Sendezeit unterbot mit knapp zweieinhalb Stunden fast alle davor aufgestellten Rekorde von Thomas Gottschalk. Zum anderen: Das Format war ein Novum. Eine bekannte Boulevardzeitung widmete den 16:9-Balken – die seit der Fußballweltmeisterschaft wohl jeder schon einmal gesehen hat – an diesem Sonntag gleich eine Doppelseite. Doch an Knappheit waren an diesem Samstagabend die kurzen Hosen von Deutschlands erstem „Topmodell“ Lena Gercke einfach nicht zu übersehen, geschweige denn zu übertreffen. Doch trotz dieser reizvollen Aussichten kam die „Wetten, dass..?“-Sommerausgabe nur mühsam in Fahrt.

Von der gewohnten Ausgelassenheit der Balearen – auch jenseits von Ballermann – war nichts zu spüren. Bis „Susi und Strolchi“ die Bühne betraten: als „Miami Twice“ oder besser bekannt als jüngster „Superstar“ Mark Medlock mit seinem größten Fan und Produzenten Dieter Bohlen. Dass nicht nur der Name der Band, sondern auch der Titel des Songs „You can get it if you really try“ irgendwie bekannt erscheint, war den ZDF-Gästen in der Stierkampfarena offensichtlich schnuppe. Während Medlock sich freute, dass „mein Bobbelchen dabei isch“, kam beim Publikum echte Begeisterung im weiteren Verlauf erst wieder bei einer Karaoke-Nummer auf, als Liz Hurley zusammen mit Roberto Blanco „Ein bisschen Spaß muss sein“ ins Mikrofon trällerte. Dagegen hatten es Jungsänger Enrique Iglesias oder Altstar Bon Jovi schwerer.

Mark Medlock und Dieter Bohlen
Gesucht und Gefunden. Mark Medlock freut sich, weil sein "Bobbelchen dabei isch“. -Foto: ddp

Überhaupt: Am Ende erreichte Gottschalk sein Klassenziel zwar ohne nennenswerte Tiefen, aber auch mit wenig Höhen. Immerhin, neben den 6000 Gästen in der Arena versammelten sich zehn Millionen deutsche TV-Zuschauer vor den Fernsehschirmen. Interessant aber auch: „Wetten, dass..?“ kommt immer öfter mit immer weniger Wetten aus, an die man sich auch am Montag noch erinnert – einmal den Wettkönig mit den von seiner Zunge angehaltenen Ventilatoren und die Ikea-Wette ausgenommen, bei der ein Chinese 16 zusammengestapelte Holzbänke mit seinem Gebiss balancierte. Aber in China ist offensichtlich vieles anders. Auch dort gibt es „Wetten, dass..?“. Doch dann schauen gleich 100 Millionen Menschen zu.

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