"Wetter im Ersten" : Alle dabei – außer Kachelmann

Die Firma des Wettermoderators verliert den Auftrag für die Produktion der Wettersendungen im Ersten an die Bavaria Gruppe. Das Münchner Unternehmen will aber alle Moderatoren übernehmen, bis auf einen.

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Vom Vorwurf, seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben, ist Jörg Kachelmann im Mai zwar freigesprochen worden, doch auf seinen früheren Sendeplatz kehrt der 53-Jährige trotzdem nicht zurück. Seine Schweizer Firma Meteomedia hat die Produktion der Wettersendungen im Ersten und in den ARD-Regionalprogrammen an die Bavaria Film Gruppe verloren.

Wie die Gruppe am Mittwoch mitteilte, wird sie ab 2012 die Sendungen produzieren und dabei – abgesehen von Kachelmann – auch weiterhin auf die bekannten Moderatoren setzen. Zu ihnen gehören Donald Bäcker, Claudia Kleinert, Sven Plöger und Karsten Schwanke. Die Firma Meteomedia, die 1990 von Kachelmann gegründet worden war, bleibt jedoch als Datenlieferant mit an Bord.

Für die Produktion der Wettersendungen hat die Bavaria die Tochterfirma Cumulus Media gegründet und einige bestehende Verträge von Meteomedia übernommen. Ausgelaufene Verträge seien mit den ARD-Anstalten neu verhandelt worden und stünden kurz vor der Unterzeichnung, sagte Bavaria-Geschäftsführer Achim Rohnke am Mittwoch in München. Er und der Geschäftsführer von Meteomedia Deutschland, Friedrich Reusch, sprachen von einer „Win-Win-Situation“.

Produziert werden sollen die Wettersendungen für „ARD-Morgenmagazin“, „Tagesthemen“ und Co. in Zukunft aber nicht mehr im beschaulichen 2700-Seelen-Dorf Gais in der Schweiz, sondern auf dem Bavaria-Filmgelände in Grünwald bei München – in einem für die HD-Technik geeigneten Studio. „Die Bavaria kann da vielleicht noch mehr draus machen“, sagte Reusch. Seine Firma wolle in Zukunft nicht nur fürs Fernsehen Daten liefern und analysieren, sondern auch für Versicherungen, Energieversorger oder Logistiker. Die Bavaria will die Wetter-Minuten nach Angaben Rohnkes künftig auch zu wissenschaftlicheren Formaten ausbauen. Wissenschaftssendungen seien vorstellbar. sop/dpa

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