Medien : Wickert-Affäre: ARD-Vorsitzender stützt den TV-Moderator

Auch nach erneuten Rücktrittsforderungen aus der Union hält die ARD an Ulrich Wickert fest. Der Moderator der "Tagesthemen" habe sich für seine Äußerung zu US-Präsident Bush mit einer "Entschiedenheit und Unmissverständlichkeit, die wir selten erleben", entschuldigt, sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen. "In der Form, wie er seine Äußerungen zurückgenommen und bedauert hat, stehe ich zu ihm." Anweisungen an andere ARD-Moderatoren werde es nicht geben. "Gerade in kritischen Tagen müssen aber vor allem die Journalisten mit großer Bildschirmpräsenz ihre Worte mit äußerster Behutsamkeit wählen."

Ulrich Wickert hatte in einem Zeitschriftenartikel, bei dem es um einen "FAZ"-Beitrag der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy ging, Bush und dem Moslem-Extremisten Osama bin Laden "gleiche Denkstrukturen" bescheinigt. Er hatte sich jedoch am Mittwochabend in den "Tagesthemen" für diese "missverständliche und misslungene" Formulierung entschuldigt. Kritik kam auch vom Intendanten des Südwestrundfunks, Peter Voß: "Wickerts Denkstrukturen sind anscheinend begrenzt belastbar. Ich halte ihn trotzdem für einen guten und sympathischen Moderator."

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