Medien : Wie geht es ...: den Nachrichten?

Joachim Huber

Die Hauptnachrichten des deutschen Fernsehens haben zum Ende 2000 an Zugkraft eingebüßt. Gleichermaßen betroffen sind die "Tagesschau" (ARD), "Heute" (ZDF) und "RTL Aktuell"; nur "18:30" von Sat 1 konnte sein Eingangsniveau zuletzt wieder erreichen. Die "Tagesschau" konnte Monat für Monat ihren ersten Rang behaupten, hart bedrängt nur im Januar und im Dezember von der ZDF-Konkurrenz. "Heute" musste übers Jahr die heftigsten Ausschläge hinnehmen, zwischen dem Höhe- und dem Tiefpunkt bei den Reichweiten klaffte schon mal eine Lücke von zwei Millionen Zuschauern. Die öffentlichen-rechtlichen Angebote lagen unbestritten wieder vorne, trotzdem, das immer öffentlich-rechtlicher gestaltete "RTL Aktuell" sitzt ihnen im Nacken. Das Gedrängel an der Spitze des Nachrichtenfernsehens wird größer, selbst wenn - noch - in keinem einzigen Monat die Reihenfolge "Tagesschau" vor "heute" vor "RTL Aktuell" vor "18:30" durchbrochen wurde. Die enger beieinander liegende Spitze ist auch eine Folge eines sanften Sinkflugs bei der "Tagesschau", bei der die ganz großen Millionenzahlen vorbei sind. Hier schlägt zu Buche, dass jüngere Zuschauer klar "RTL Aktuell" bevorzugen. Dafür können die ARD-Nachrichten offenbar ein sehr treues Publikum zählen, so wenig schlägt die Reichweiten-Kurve übers Jahr gesehen aus. Die "Tagesschau" profitiert gerade in den Sommermonaten - generell die einschaltschwächste Zeit im Fernsehjahr - von ihrem späten Starttermin um 20 Uhr: Da wird das Fernsehgerät später eingeschaltet als in den dunklen Jahreszeiten.

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