Medien : Wie geht es ...: der "Harald Schmidt Show"

Markus Huber

Fünf Jahre und einen Tag ist Harald Schmidt nun schon mit seiner gleichnamigen Show bei Sat 1 auf Sendung. Zur Erinnerung: Am Anfang wurde er hart angegangen, weil Schmidt zu sehr über Ossis und Polen lästerte. Viele Medienkritiker gaben seinem Projekt nur eine kurze Halbwertzeit, schließlich kletterten die Einschaltquoten nicht in schwindelerregende Höhen. Aber Schmidt hielt durch und entwickelte seine Sendung zur Kult-Show. Es regnete alle möglichen Medienpreise, die "Bild-Zeitung", die ihn anfangs verteufelte, veröffentlicht nun täglich Schmidts beste Kalauer. Meistens ist der Witz bei Schmidt, das er nicht immer schnurgerade auf den Witz zugehen muss. Er kann dasitzen und mit seinem Redakteur Beatles-Songs singen, zehn Minuten lang. Der "Spiegel" hat Schmidt als personifizierte deutsche Leitkultur ausgemacht. Ja, die "Harald Schmidt Show" ist unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Fernsehens und nicht mehr nur der Comedy-Szene. Und das, obwohl die Quoten, gemessen an anderen Comedy-Sendungen, nicht berauschend sind. Und doch hat Schmidt eine besondere Qualität zu bieten, sowohl für seinen Sender Sat 1 als auch, und das ist wahrscheinlich noch viel wichtiger, für die Werbekunden: Schmidts Show hat eine Fangemeinde, deren Umfang weitgehend konstant ist. Zwar ging die Gesamtzahl der Zuschauer beständig zurück - Schmidt verlor seit 1995 mehr als 50 000 Zuschauer, also fast ein Drittel seiner Anfangsquote. Doch die Zahl der Seher, die zwischen 14 und 49 Jahren alt sind, blieb mit mehr als 600 000 stabil. Ihr Anteil an der Gesamtzuschauermenge vergrößert sich von Jahr zu Jahr. Das freut die Werbewirtschaft, denn so bekommt sie durch Schmidt eine klare Zielgruppe mit eindeutiger Werberelevanz serviert. Die Agenturen können für ihre High-Class-Produkte während der Schmidt-Show werben, ohne Streuverluste hinnehmen zu müssen.

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