Medien : Wie kreativ war die Pause? Drei Fragen zu Harald Schmidts Rückkehr ins Fernsehen

Matthias Kalle

Es gab einmal einen Mann, groß von Statur, der machte etwas, das andere auch machten, aber seine Art und Weise den Job zu erledigen, war einzigartig. Seinen Fans fanden für sein Tun immer neue Superlative, manche bemühten Vergleiche mit dem Göttlichen, dem Erhabenen. Die, die ihn nicht mochten, die ihn für arrogant, überbezahlt und überschätzt hielten, meinten trotzdem noch, dass es so einen wie ihn noch nie zuvor gegeben hatte. Aber alle beklagten sie seinen Rücktritt und verneigten sich in Ehrfurcht. Und nach einem Jahr kehrte Michael Jordan zurück auf das Basketballfeld, aber er war alt geworden und langsam und manchmal schmerzte es zu sehen, wie er an seinem eigenen Mythos zerbrach.

Harald Schmidt, ebenfalls groß von Statur und ähnlich wie der Basketballer Jordan einmalig in seinem Beruf – also der Beste, den es jemals gab –, kehrt nach einem Jahr zurück an den Schreibtisch, der steht diesmal bei der ARD und man kann ihm ab dem 23. Dezember zweimal in der Woche beim Sitzen und Reden zuschauen, viel mehr weiß man noch nicht. Kann man aber möglicherweise wissen, dass Schmidt scheitern wird, so wie Michael Jordan gescheitert ist?

In dem Jahr, als Michael Jordan nicht spielte, war der Basketball eine langweilige Sportart, Menschen ohne Charisma schleppten sich über den Platz, die Zuschauer wollten das nicht sehen. Das erinnert an den Zustand des deutschen Fernsehens im Herbst 2004. Schmidt kennt diesen Zustand, möchte er das Fernsehen, dem er alles verdankt – seinen Ruhm, sein Geld, seinen Mythos –, retten? Und wenn ja: Würde er es schaffen, ein zweites Mal? Es gibt diesen Satz, der für den Sport gilt, der aber eigentlich für alles gilt: „They never come back.“

Vielleicht wird es aber auch ganz anders, vielleicht wird es so wie vor genau 30 Jahren, als Muhammad Ali zurückkehrte und George Foreman böse verhaute, die ganze Welt entzückte und endgültig „der Größte“ wurde. Aber bei Schmidt müsste es um mehr gehen, der Größte ist er eh. In einem Interview sagte er einmal, jetzt gehe es darum, etwas für die Unsterblichkeit zu tun. So etwas hätte es im deutschen Fernsehen noch nie gegeben.

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