Medien : Wie schnell ist der Ball?

Neue Grafiken, alte Sendungen: TV-Sender ändern kaum etwas an ihren erfolgreichen Bundesliga-Formaten

Peter Hübner (dpa)/jbh

Die Fußball-Fans vor dem Bildschirm müssen ihre Sehgewohnheiten in der 42. Bundesliga-Saison nicht ändern. Nach der TV-Revolution im Vorjahr mit der Rückkehr des Fußball-Premium-Produkts zur ARD-Sportschau gibt es diesmal kaum Neuerungen.

Die Sportschau zeigt von 18.10 bis 19.45 Uhr Ausschnitte von den sieben Samstagsspielen, das DSF ist bei den beiden Sonntags-Partien am Ball. Der Spartenkanal hat die Sendezeit allerdings von 19.00 bis 20.30 Uhr ausgebaut. Alle 306 Bundesliga-Begegnungen werden wie bisher live von Premiere im Bezahlfernsehen gezeigt. Der Pay-TV-Sender bietet auch seine viel genutzte Konferenzschaltung an.

Von den zu Beginn des Jahres 2004 heiß diskutierten und zum Teil abenteuerlichen TV-Modellen wie Sonntagsspielen um 14 Uhr ist nichts übrig geblieben. Die Trennung vom bisherigen Partner Infront, der seine Option für die Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 nicht gezogen hatte, zwang die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals nach vielen Jahren zur Eigenvermarktung der Fernsehrechte.

Der Mut zum Risiko hat sich für die 36 Profiklubs gelohnt. Statt der 272,5 Millionen Euro, die das Netzer-Unternehmen Infront zuletzt für die Saison angeboten hatte, dürfte die DFL ihr ehrgeiziges Ziel von 300 Millionen Euro erreicht haben. Die ARD zahlt für Bundesliga in der Sportschau und andere Fußball-Rechte 60 Millionen Euro. Rund 20 Millionen Euro steuert das DSF bei.

Außerdem verkaufte die DFL Zweitrechte, Auslandslizenzen sowie die Verwertungsrechte für Internet und Mobilfunk. Der größte Batzen kommt wie gehabt mit 180 Millionen Euro von Premiere. Obwohl der Wunsch nach einem Freitagsspiel und damit mehr Exklusivität abgelehnt wurde, will der Pay-TV-Kanal den Vertrag erfüllen.

„Wir werden in den nächsten zwei Jahren Premiere verstärkt unterstützen“, kündigte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub an. Der Sender darf schon jetzt als „Offizieller Partner der Bundesliga“ auftreten. Mit durchschnittlich sechs Millionen Zuschauern übertraf die Bundesliga-Sportschau im ersten Jahr alle ARD-Erwartungen. „Die Sendung steht so gut da, wie sie ist“, sagte deshalb „Sportschau“-Chef Steffen Simon. Am Moderatoren-Trio mit Monica Lierhaus, Gerhard Delling und Reinhold Beckmann wird nicht gerüttelt. Mit einer neuen Grafik soll unter anderem die Schussgeschwindigkeit angezeigt werden. Das ZDF bewegt sich mit seiner Bundesliga-Berichterstattung in der bewährten Spur: Die Spiele vom Samstag werden im „Sportstudio“ zusammengefasst.

Der TV-Startschuss erfolgt am Freitag, dem 6. August, mit einem Knaller. Die ARD zeigt die Partie Werder Bremen gegen Schalke 04 live. Ein zweites Live-Match darf das Erste in der Rückrunde übertragen.

Die Bilder für alle Bundesliga-Sendungen liefert der neue DFL-Produktionspartner Fair Play GmbH. Das Unternehmen gehört dem früheren Bayern-München-Torwart Manfred Müller und dem bisherigen DFL-Geschäftsführer Michael Pfad. Zwar verlor die Fair Play GmbH zuletzt einen Rechtsstreit vor dem Landgericht München gegen den Vorgänger Plazamedia. Das Basissignal von allen Spielen kann dennoch zur Verfügung gestellt werden, versicherten DFL und Fair Play GmbH.

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