Medien : Wiederholungen: Was wird immer wieder gern gesehen?

Joachim Huber

Wiederholungen, heißt es, sind beim Zuschauer unbeliebt. Das mag bei einem Teil des Publikums so sein, aber für die Mehrheit der Zuschauer kann diese Feststellung nicht gelten. Wiederholungen von Serien, Filmen und Fernsehspielen werden in der Prime-Time überraschend gut eingeschaltet. Natürlich sind die Sender klug genug, nur Publikums-Erfolge erneut anzubieten: Sat 1 wiederholt den Alltime-Favorit "Für alle Fälle Stefanie", das ZDF gibt am Sonntag der Rosamunde-Pilcher-Gemeinde Zucker. Wiederholungen treten in den Sommermonaten, der Zeit der geringsten Fernseh-Nachfrage, massiert auf. Da werden sie geschickt eingesetzt, als Brücke zwischen einer bereits ausgestrahlten und einer kommenden Serien-Staffel. So bleibt der Sende- als Serienplatz besetzt und im Bewusstsein der Zuschauer präsent. Zudem sichern Zweit- und Drittausstrahlungen die Refinanzierung der Produktionen. Dem Fernsehen ist es gelungen, das Protest-Potenzial gegenüber Wiederholungen sehr klein zu halten. Wer sich zum Fernsehabend entschlossen hat, schaltet auch ein, komme, was da wolle. Kein anderes Medium scheint so treue - und vergessliche - Fans zu haben. Wer erinnert sich denn noch am Mittwoch, was er am Montag gesehen hat?

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