Wiedervereinigung : „Meine DDR“ in vier Teilen im NDR

Zwei Dekaden nach dem Mauerfall erinnern zahlreiche Dokumentationen an das zentrale Ereignis der deutschen Wiedervereinigung.

Jan-Rüdiger Vogler

Zwei Dekaden nach dem Mauerfall erinnern zahlreiche Dokumentationen an das zentrale Ereignis der deutschen Wiedervereinigung. Eines der interessantesten Projekte in der ARD eröffnet das Jubiläumsjahr: „Meine DDR“ ist ein Vierteiler, der sich um Geschichte von unten bemüht, wie Initiator Hans-Jürgen Börner vom NDR betont. Dafür wurden 105 ehemalige Bürger des sozialistischen deutschen Staates befragt, um dem Alltag zwischen Anpassung und Widerstand auf die Spur zu kommen.

Vier Autoren sehr unterschiedlichen Alters entwickelten daraus persönlich gefärbte Filme. Sie mischten Interviews mit Archivmaterial und Aufnahmen aus dem Besitz der Befragten. Strikte Gegner des Regimes kommen genauso zu Wort wie Menschen, die der vergebenen Chance auf einen „gerechten“ Staat nachtrauern. Neben dem klaren, westdeutsch geprägten Blick auf einen diktatorisch geführten Unrechtsstaat gibt es bis heute zahlreiche weitaus ambivalentere Sichtweisen.

So macht Sportreporter Heinz Florian Oertel deutlich, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg große Hoffnungen in den neuen Staat legte. Im Kontrast dazu stehen die Erlebnisse der Familie Jennrich. Die Dokzu zeigt die Stasi-Tonaufnahme vom Schauprozess, der gegen Ernst Jennrich geführt wurde. Auf Weisung der Politik wurde er nach dem 17. Juni 1953 unschuldig wegen Polizistenmordes zum Tode verurteilt und auch hingerichtet. Jan-Rüdiger Vogler

„Meine DDR“, NDR, 23 Uhr

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