Wildecker Herzbuben & Co. : ZDF will weniger Volksmusik zeigen

Warum sich ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut mehr Schlager wünscht.

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Carmen Nebel.
Carmen Nebel.Foto: ZDF

Das ZDF will moderner werden und deshalb wagt Programmdirektor Thomas Bellut einen revolutionären Schritt: weniger Volksmusik, mehr Schlager will er zeigen – die Generation iPod wird er damit wohl kaum vor den Fernseher locken.

Doch auch ältere Zuschauer scheinen der Heimatmusik im ZDF überdrüssig. Nur drei Millionen Zuschauer sahen sich den „Grand Prix der Volksmusik“ an. Deshalb wird die Show vom Samstagabend verbannt. Auf welchen Platz, steht noch nicht fest, sagte ZDF-Sprecher Christian Koch. Derweil soll sich Carmen Nebel umorientieren. Weniger Auftritte von Heimatmusikern, dafür mehr Schlager wünscht sich Bellut in der Show „Willkommen bei Carmen Nebel“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. In der ARD hingegen dürfen Stefan Mross & Co. weiter schunkeln wie bisher. Weder am Konzept von „Feste der Volksmusik“ und „Musikantenstadl“ noch am Sendeplatz am Samstagabend werde sich kurzfristig etwas ändern, sagte ARD-Sprecher Burchard Röver.

Im ZDF ist weniger Volksmusik nur eine der Neuerungen, die Bellut anstrebt. Die Serie „Reich und Schön“ wird vermutlich im März 2010 beendet. Auch will er die Informationsprogramme am Dienstag und Donnerstag stärken. Große Stücke hält Bellut auf Jörg Pilawa, der von der ARD zum ZDF wechselt. Zu seinen möglichen Samstagabendshows zählte eine „Logo-Show“, eine „Terra-X-Show“ oder ein Prominentenspecial von „Rette die Million“. „Jörg Pilawa ist viel zuzutrauen“, sagte Bellut auf die Frage, ob er auch Gottschalk bei „Wetten, dass ..?“ ablösen könne. „Gottschalk ist aber nach wie vor Kult. Seine Arbeitsergebnisse sind hervorragend. Die Marke Gottschalk ist intakt“, sagte Bellut. Der 60-Jährige hat im Frühjahr dieses Jahres bis Ende 2012 beim ZDF verlängert. Gottschalk wird auch den „Echo Klassik“ moderieren und den Jahresrückblick „Menschen 2010“. Von einer Schlagershow ist vorerst keine Rede. Sonja Pohlmann

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