Medien : Willkommen im Salon

Christoph Stölzl und Michael Naumann talken für den RBB

Markus Ehrenberg

Das wäre was: die ultimative Talkshow, die allerletzte Talkshow, die alle anderen überflüssig macht. Wenn Michael Naumanns Wunsch in Erfüllung geht, dann waren die Journalisten am Mittwoch im Marmorsaal im Palais am Festungsgraben Zeugen eines historischen Moments – oder zumindest der Geburt einer weiteren Talkshow vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). „Im Palais“ startet am 4. Mai, abwechselnd moderiert von „Zeit“-Chefredakteur Michael Naumann und Christoph Stölzl, Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses.

Naumann/Stölzl – eine spannende Besetzung. Wenn man nach Christiansen/Illner/Maischberger/Kock am Brink/Thadeusz noch so etwas wie das ideale gesellschaftlich-politisch-journalistische Gespann für einen weiteren Talk aus der Hauptstadt herausfiltern möchte, fallen die Namen Naumann und Stölzl sicher nicht zuletzt. Sie hätten „spontan“ zugesagt, als der RBB sie vor kurzem gefragt hatte, so RBB-Fernsehdirektor Gabriel Heim. Das sah man dem nachdenklichen Gesicht von Michael Naumann nicht unbedingt an, aber der räumte gleich mit dem Vorurteil auf, in Berlin nichts zu suchen zu haben, weil seine publizistische Community doch in Hamburg läge: „Mein erster Wohnsitz ist Berlin!“

Berlin – da ist thematisch auch beim Regionalsender wieder alles drin, jedenfalls mehr als S-Bahn-Streik und Hertha BSC. Dafür Glamour, Macht und tieferer Sinn. „SZ“-Feuilletonist Jens Bisky, Ulla Meinecke sowie der seltene Talkshowgast Anna Thalbach – das sind die Namen der ersten Runde am kommenden Dienstag (22 Uhr 45) unter dem Thema „Gesamtdeutsche Gefühle? Sehnsucht nach gestern – Angst vor morgen“. Naumanns Thema zwei Wochen später steht noch nicht fest. Dafür aber der Stil. „Im Palais“ sei nachdenkenswerter, intellektuell kontroverser Talk, weg von Info-Hektik, in Anlehnung an die „Salonkultur“, die in Berlin wieder bewusst gepflegt werde, verspricht der RBB.

0 Kommentare

Neuester Kommentar