"Wir gewinnen zurück, wer wir sind" : US-"Playboy" zeigt wieder nackte Frauen

Trump sei Dank? Der "Playboy" kehrt in den USA zu nackten Frauen zurück. Und in New York öffnet der Playboy Club wieder.

von
Elizabeth Elam zeigt sich auf dem Cover der neuen März-April-Ausgabe des US-Playboys oben ohne.
Elizabeth Elam zeigt sich auf dem Cover der neuen März-April-Ausgabe des US-Playboys oben ohne.Foto: Gavin Bond/Playboy/dpa

Na sowas, lernt Amerika von Deutschland? Nach nur einem Jahr mit verhüllten Models kehrt der US-„Playboy“ zu vollständiger Nacktheit zurück. Die deutsche Ausgabe hatte den Schritt nicht mitgemacht, sondern gönnte den Frauen auch nicht das kleinste Stückchen Stoff auf dem Leib. Im Bemühen um neue Lesergruppen hatte das US-Original im März vergangenen Jahres mit einer jahrzehntelangen Tradition gebrochen und auf eine völlige Entkleidung der Models verzichtet. Mit der Flut nackter Körper im Internet war die Auflage des Heftes stark zurückgegangen.

Cooper Hefner, Chef-Kreativer und Sohn des Magazin-Gründers Hugh Hefner, bezeichnete die seinerzeitige Entscheidung auf Twitter im Rückblick als einen Fehler. Fans des bekanntesten Herrenmagazins der Welt hatten die Verkündung der Jugendfreiheit, die ab Februar 2016 umgesetzt wurde, ungläubig und erstaunt aufgenommen. In der deutschen Ausgabe war alles beim Alten geblieben. „Ich bin der erste, der zugibt, dass die Art und Weise, wie das Magazin mit Nacktheit umgegangen ist, altmodisch war - aber sie vollständig zu entfernen, war falsch“, schrieb Hefner nun. „Heute nehmen wir uns unsere Identität wieder, und wir gewinnen zurück, wer wir sind.“ Der offizielle Twitter-Account des Magazins verbreitete am Montag das Titelbild der Ausgabe März/April, versehen mit dem Hashtag #NakedIsNormal, Nacktsein ist normal. 2014 hatten die „Playboy“-Macher die US-Webseite jugendfreier gestaltet, um auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen.

Playboy Club in New York öffnet wieder

Überhaupt. der Playboy geht wieder in die Offensive. Offenbar halten die Verantwortlichen die neue Zeit mit einem US-Präsidenten Donald Trump für günstig. Mehr als 30 Jahre nach seiner Schließung soll jedenfalls der Playboy Club, in dem Frauen in knappen „Häschen“-Kostümen Getränke servieren, in New York wieder seine Türen öffnen. Gäste stünden in dem neuen Club in Manhattan bald eine Lounge, ein Spiele-Raum und ein Restaurant zur Verfügung, teilte das Unternehmen hinter dem von Hugh Hefner gegründeten Magazin vergangene Woche mit. Der Club soll Teil eines neuen Hotels der Chachet-Gruppe werden, die derzeit Hotels in China, Kalifornien und Mexiko sowie Restaurants betreibt. In der Gegend im westlichen Midtown befinden sich einige Striptease-Lokale.

Nach Eröffnung des weltweit ersten Clubs in Chicago im Jahr 1960 waren von London bis ins japanische Osaka bald rund 30 Playboy Clubs in Betrieb. Doch das Interesse des meist männlichen Publikums nahm im Lauf der Jahre ab und die Clubs schlossen wieder. Der 1962 eröffnete New Yorker Playboy Club, damals noch an der 59th Street nahe dem Central Park gelegen, öffnete zum letzten Mal im Jahr 1986. In Las Vegas schloss ein Club 2012 nach sechs Jahren Betrieb seine Türen.
Ob die Rückkehr in die linksliberale Millionenmetropole den Machern gelingt, die eine „sexy und anspruchsvolle Ästhetik“ versprechen, ist offen. In New York hatten nach der Vereidigung Donald Trumps als US-Präsident Zehntausende für Frauenrechte und gegen die neue Regierung demonstriert. Trump war für seine sexistischen und frauenfeindlichen Äußerungen im Wahlkampf heftig attackiert worden. (mit dpa)

Autor

10 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben