Medien : „Wir versuchen erst gar nicht, Schmidt zu kopieren“

Der neue Sat 1-Chef Roger Schawinski traut sich eine neue Late-Night-Show zu und will Harald Schmidt noch immer zum Essen treffen

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Herr Schawinski, glauben Sie wirklich, dass Harald Schmidt zu Sat 1 zurückkehrt?

Warum nicht. Er selbst hat von einer kreativen Pause gesprochen.

Welchen Grund gibt es für Schmidt-Fans, Ihren Sender noch einzuschalten?

Das kann ich Ihnen genau sagen, weil ich selbst Schmidt-Fan bin: Anke Engelke, Hugo Egon Balder mit „Genial daneben", „Edel & Starck" und und und. Es ist wahnsinnig schade, aber Sie würden all den anderen Sat-1-Stars absolut unrecht tun, wenn Sie den Sender auf Harald Schmidt reduzieren.

Haben Sie sich bereits mit Schmidt zum Essen getroffen?

Nein, noch nicht. Wir haben darüber telefoniert, und wir werden uns noch treffen.

Sie planen eine neue Late Night Show. Das ist doch ein enormes Risiko, weil jeder den Vergleich zu Schmidt ziehen wird, oder?

Genau seit Freitagabend – meinem ersten Arbeitstag – müssen wir neu denken. Natürlich wird jeder bei der neuen Show zuallererst den Vergleich mit Harald Schmidt anstellen. Deshalb muss der Host sicher neben den Qualitäten eines exzellenten, witzigen Moderators, vor allem am Anfang aber auch Stehvermögen beweisen. Deshalb versuchen wir erst gar nicht, Harald Schmidt zu kopieren. Das ist unmöglich. Unsere neue Late Night soll eher klassisch sein, das heißt, das, was die Menschen am Tag bewegt hat, verläßlich aufgreifen. Im Idealfall haben wir den Kopf des Tages da, in der Sendung oder zugeschaltet.

Erwarten Sie jetzt einen Rutschbahn-Effekt bei den Sat-1-Stars?

Nein! Sie werden verstehen, dass ich an meinem dritten Arbeitstag noch nicht mit allen Stars persönlich sprechen konnte. Mit vielen habe ich bereits telefoniert. Es gibt mit keinem unserer Stars eine vergleichbare vertragliche Situation, wie sie mit Harald Schmidt bestand. Es ist schon ungewöhnlich, wenn am 5. Dezember noch kein Vertrag für das Folgejahr vorliegt.

Das Programm Ihres Senders wird bereits in der „Kreativpause“ von Harald Schmidt an Farbe und Vielfalt verlieren. Was sind Ihre Gegenmaßnahmen?

Extreme Situationen fordern, dass man einmal durchatmet und sich dann darauf konzentriert, innovativ und schnell zu sein. Sie verstehen sicher, dass ich Programmideen zunächst mit meinen Mitarbeitern diskutiere und nicht an meinem dritten Arbeitstag in der Öffentlichkeit.

Überhaupt, der neue Sat 1-Chef Roger Schawinski aus der Schweiz und das Sat 1-Programm aus Berlin. Wo sehen Sie die größten Baustellen?

Zunächst einmal sehe ich viele Stärken, auf denen wir aufsetzen können: hervorragende Comedy, herzzerreißende TV-Movies, moderne Serien und wirklich große Shows.

Das Gespräch führte Joachim Huber.

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