Medien : WM: Bertelsmann will mit Verlagen kooperieren

-

„Von einer Einschränkung der Pressefreiheit kann überhaupt nicht die Rede sein“, sagte Bertelsmann-Sprecher Oliver Fahlbusch dem Tagesspiegel. Die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland würde von Bertelsmann in keiner Weise behindert. Fahlbusch bezog sich damit auf Äußerungen von Hans-Joachim Fuhrmann, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Fuhrmann hatte beklagt, dass der Vertrieb von Presseerzeugnissen in den jeweiligen „Schutzzonen“ in den und vor den zwölf Stadien der Fußball-WM rigide eingeschränkt sei. Jedes Stadion ist während des Turniers vom 9. Juni bis zum 9. Juli quasi „Fifa-Territorium“. Das gilt für das Stadioninnere wie auch für eine breite Sicherheitszone rund um die jeweiligen Arenen. Beim Berliner Olympiastadion schließt diese mit einem hohen Zaun abgesperrte Zone etwa den großen Olympischen Platz sowie das Maifeld mit ein.

Fahlbusch bestätigte, dass in dieser „Fifa-Zone“ ein exklusives Vertriebsrecht für die Printprodukte der Bertelsmann-Tochter Medienfabrik bestehe. Bertelsmann ist über die Medienfabrik alleiniger Lizenzpartner des Fußball-Weltverbandes Fifa für Printprodukte im deutschsprachigen Raum. Wie viel Bertelsmann für das Lizenzrecht bezahlen muss, wurde nicht gesagt. Die Medienfabrik plant ein breites Spektrum von mehr als 20 Printprodukten zur WM, darunter auch das offizielle Stadionmagazin, das aus generellen Informationen über die WM und einem Teil für das jeweilige Spiel bestehen wird. Der „Match-Guide“ soll zweimal, vielleicht sogar täglich aktualisiert werden

Stefan Postler, Geschäftsführer der Medienfabrik, sagte dem Tagesspiegel, dass sein Unternehmen für Kooperationen mit anderen Verlagen vor der Weltmeisterschaft und während des Turniers sehr offen sei. „So eine Zusammenarbeit kann den Vertrieb eigener und fremder Produkte betreffen, aber auch die Redaktion und Produktion.“ An der „lokalen Ergänzung“ der Bertelsmann-Produkte sei man sehr interessiert. „Anders als in anderen Städten sind wir für Berlin bisher mit keinem Verlag im Gespräch“, sagte Stefan Postler und ergänzte einschränkend, dass jede Kooperation mit der Fifa abgestimmt werden müsse. „Das letzte Wort hat immer der Lizenzgeber.“ jbh

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben