Medien : WM-Übertragungsrechte: Chronik der laufenden Verhandlungen

Vor einigen Jahren hat die Kirch-Gruppe die Europarechte zur Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 für jeweils 1,7 Milliarden Mark erworben. Für mehrere hundert Millionen Mark will das Medienimperium den öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF Rechte an den wichtigsten Spielen überlassen. Seit Herbst vorigen Jahres wird um den Verkauf gepokert.

Eine Chronik:


September 1997: Der Weltfußballverband FIFA gibt bekannt, dass die Kirch-Gruppe die Europa-Fernsehrechte an den Turnieren 2002 und 2006 erhält. Befürchtungen, die Spiele könnten nur in Kirchs Bezahl-TV zu sehen sein, alarmieren die Medien und Politiker.

Herbst 2000: Kirch verlangt von ARD und ZDF, über sein Angebot (250 Millionen für ausgewählte Spiele 2002, ohne Option für 2006) bis Ende des Jahres zu entscheiden. Andernfalls müsse man sich mit anderen Interessenten in Verbindung setzen.

Januar 2001: Die Anstalten und Kirch einigen sich auf einen Vertragsentwurf für 2002. Danach können 24 Spiele live gezeigt werden. Kosten: 225 Millionen. Einen Teil davon soll Kirch im Tausch gegen Olympia-Rechte erhalten.

Februar 2001: Nach ARD-Einwänden wird neu verhandelt. Die ARD-Intendanten und Kirch erklären die Verhandlungen jedoch Ende des Monats für gescheitert. Der Medienunternehmer hatte sich geweigert, die WM 2006 sicher in das Vertragspaket aufzunehmen. Für die Spiele im eigenen Land verlangt er angeblich weitere 500 Millionen Mark.

März 2001: Nach der Kritik führender Politiker an ARD und ZDF wird weiter verhandelt. Am 6. März kommt eine Einigung über eine verbesserte Option für die WM 2006 zustande.

April 2001: Die ARD-Intendanten melden weiteren Klärungsbedarf bei einigen Punkten des Vertragsentwurfs an. Es geht dabei unter anderem um die von Kirch geforderte Verschlüsselung der Spiele für digitale Satellitenempfänger. Die Kirch-Gruppe verlangt eine Entscheidung bis zum 30. April.

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