Medien : WM-Übertragungsrechte: Kirch prüft

Joachim Huber

Im Tauziehen um die TV-Rechte für die Fußball-WM 2002 und 2006 zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und der Kirch-Gruppe zeichnet sich eine baldige Entscheidung ab. Ein Kirch-Sprecher sagte am Wochenende, es liege "ein konstruktives Angebot" der ARD vor. Bereits Anfang der Woche werde die Kirch-Gruppe aber "darauf antworten". ZDF-Intendant Dieter Stolte zeigte sich ebenfalls zuversichtlich. "Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir mit der Kirch-Gruppe einen Kompromiss aushandeln können", sagte Stolte nach einem Gespräch mit dem ARD-Vorsitzenden Fritz Pleitgen dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die ARD-Intendanten hatten Ende vergangener Woche über strittige Punkte des Vertrages mit der Kirch-Gruppe beraten. Sie wollen auf die umstrittene Ausstrahlung von Spielen der WM 2002 im digitalen Fernsehen verzichten und so eine Annäherung ermöglichen, hieß es aus ARD-Kreisen. Kirch hatte eine Verschlüsselung der Spiele bei digitalen Satellitenempfängern gewünscht. Nun wollen ARD und ZDF das Turnier 2002 nur analog ausstrahlen. Damit wären etwa 250 000 Haushalte mit digitalen Satelliten-Receivern aufgefordert, sich um eine andere Empfangs-Möglichkeit zu bemühen. Dies nimmt speziell die ARD in Kauf, da sie offenbar den Einstieg in die Digitalisierung fürchtet, würde sie einer derartigen Ausstrahlung zustimmen. Mit der Digitalisierung wäre es nämlich möglich, dass Programme nicht mehr in einem riesigen Satelliten-Radius ausgestrahlt werden, sondern nur noch bestimmte Haushalte in bestimmten Territorien erreichen. Das könnte gerade die Dritten Programme der ARD treffen, die dann nur noch in den Verbreitungsgebieten der jeweiligen Landesrunkfunkanstalten zu sehen wären. Derzeit können rund 80 Prozent der Haushalte beinahe alle Dritten einschalten, eine Situation, die die ARD nicht gefährdet sehen möchte.

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