Medien : Wochenmagazine: "Focus" baut Vorsprung aus

Erneuter Leserzuwachs bei "Stern" und "Focus", Verluste beim "Spiegel" und ein gestiegenes Interesse der Leser an Wirtschafts- und Computerzeitschriften. Das sind die zentralen Ergebnisse der neuen Media-Analyse. Demnach hat im Kampf um die Leser "Focus" den Abstand zum Konkurrenten "Spiegel" von 120 000 auf 410 000 Leser ausgebaut. Das Burda-Blatt kommt jetzt auf durchschnittlich 6,05 Millionen Leser pro Ausgabe, das entspricht im Vergleich zur vorherigen Analyse im Juli 2000 einem Plus von 170 000. Der "Spiegel" verbuchte dagegen ein Minus von 120 000 Lesern. Das Magazin liegt jetzt bei 5,64 Millionen. Marktführer unter den Wochenmagazinen bleibt der "Stern", der 370 000 Leser hinzugewann und jetzt im Schnitt 7,11 Millionen Leser pro Ausgabe hat.

Für die rund 150 Titel umfassende Zeitschriften-Erhebung wurden zwischen Oktober 1999 und September 2000 deutschlandweit rund 26 000 Menschen ab 14 Jahren nach ihren Lesegewohnheiten befragt. Die Antworten wurden auf alle Deutschen ab 14 Jahren hochgerechnet. Die Daten sind repräsentativ für knapp 64 Millionen Menschen.

Während fast alle Fernseh-Zeitschriften Leser verloren haben, gewannen die Wirtschafts- und Computerzeitschriften dazu. Die Anlegerzeitschrift "Börse online" hat mit 170 000 Lesern den größten Zuwachs. Ihre Reichweite liegt jetzt bei 590 000 Lesern. Das "manager magazin" verbuchte ein Plus von 100 000 Lesern auf 590 000. Marktführer in diesem Segment ist mit 870 000 Lesern die Zeitschrift "DM", die 40 000 Leser hinzugewann. "Computer Bild" kommt mit einem Plus von 180 000 auf 2,96 Millionen Leser, die "PC Welt" hat sogar 200 000 neue Leser (jetzt 1,95 Mio). Der Leserschwund bei den Programmzeitschriften erwischte am stärksten die "Hörzu", die nach einem Minus von 360 000 Lesern noch auf 5,85 Millionen kommt. Marktführer "TV Spielfilm" (6,96 Mio) musste ebenfalls Federn lassen: Der Titel verlor 110 000 Leser.

Ebenfalls als Zeitschriften erhoben werden die Titel "Welt am Sonntag", "Die Woche" und "Die Zeit". Sie konnten alle Leser hinzugewinnen. "Die Zeit", die in der vorherigen Analyse noch einen Verlust von 90 000 Lesern hatte hinnehmen müssen, konnte in der aktuellen Erhebung 30 000 neue Leser ausweisen. Durchschnittlich 1,2 Millionen Menschen nehmen sich Zeit für die "Zeit". Die "Welt am Sonntag" lesen im Schnitt 1,07 Millionen Menschen (plus 70 000), die "Woche" konnte um 40 000 auf 320 000 Leser zulegen.

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