Youtuber LeFloid über sein Merkel-Interview : "Weil's die fucking Kanzlerin war"

Nach seinem Interview mit der Kanzlerin musste der Youtuber LeFloid viel Kritik einstecken. Darauf reagiert er nun in einem neuen Video - und bezeichnet Angela Merkel als "Endboss".

Alice Hasters
LeFloid wehrt sich im neuen Youtube-Video gegen die Medienkritik am Kanzler-Interview
LeFloid wehrt sich im neuen Youtube-Video gegen die Medienkritik am Kanzler-InterviewScreenshot: Youtube

Warum hat Lefloid die Kanzlerin interviewt? In seinem jüngsten Youtube-Video gibt er folgende Erklärung ab: "Weil's die fucking Kanzlerin war und ich ein fucking Youtuber bin, der die fucking Kanzlerin interviewen wollte". Und, nein, er habe kein Geld dafür bekommen, das betont er auch noch einmal ganz deutlich. In seinen am Montag veröffentlichten Video von "Le News" zeigt sich der Youtuber sichtlich verärgert über die Kritik der Presse.

Einmal laut "Penis" rufen und die Kanzlerin zum Heulen bringen.

Im Rahmen der Bundesregierungs-Kampagne "Gut Leben in Deutschland", hatte LeFloid, der zu den erfolgreichsten Youtubern Deutschlands gehört, die Kanzlerin zu einem Interview getroffen. Er stellte Fragen von Internetnutzern, die vor dem Interview unter dem Hashtag #NetzfragtMerkel vorgeschlagen wurden. Dies war ein neuer Schritt. Für Angela Merkel, wie für LeFloid. Nie zuvor hatte sich die Kanzlerin von einem Youtuber interviewen lassen, und LeFloid hatte nie zuvor ein Interview geführt. Während des Interviews, das am Montag vergangener Woche veröffentlicht worde, wirken beide recht nervös.

LeFloid stellte Fragen zur Homo-Ehe, zu Edward Snowden und zur Legalisierung von Cannabis - es hagelte dennoch Kritik. Hauptsächlich wurde bemängelt, dass LeFloid nicht nachgehakt hätte, zu freundlich, zu bestätigend wäre. Dazu sagte LeFloid in seinem neuen Video: "Offensichtlich sollte ich mich da doch hinsetzten, einmal laut 'Penis' rufen, dafür sorgen, dass die Kanzlerin anfängt zu heulen und das interview abgebrochen wird". Bereits am Montag bemerkte er via Twitter, dass es bei dem verschobenen ARD- Sommerinterview mit Tina Hassel und Rainald Becker auch keine "weltverändernde Enthüllungen" gegeben hätte.

LeFloid macht Programm für Jugendliche

Seine Motivation, die Kanzlerin zu interviewen begründet er aus Gamer-Sicht und vergleicht Angela Merkel mit dem höchsten Gegner in einem Videospiel: "Du sagst von einem Videospiele-Endboss ja auch nicht: 'Nee den Schritt gehe ich jetzt nicht mehr, das traue ich mich nicht'". Für seine Zielgruppe, von denen viele noch Teenager sind, klingt diese Begründung wohl plausibler, als für ausgebildete Journalisten. LeFloid möchte Jugendlichen Politik näher bringen, das sagt er auch noch einmal in seinem Video. Über seine aufgeregte, meinungsstarke und oberflächliche Berichterstattung schütteln viele Journalisten den Kopf. Doch mit 2,6 Millionen Abonnenten und einem bereits mehr als drei Millionen mal geklickten Video, scheint sein Konzept erfolgreich. Der Vergleich Internet und Fernsehen hinkt zwar, aber das ARD-Sommerinterview mit Merkel hatte eine Einschalt-Quote von 1,5 Millionen Zuschauer.

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