Ypsilanti-Verarsche : "Warum entschuldigen?"

Ruf doch mal an: Wie Stimmenimitator Jochen Krause vom Radiosender ffn als Franz Müntefering Andrea Ypsilanti drankriegte und warum er sich nicht entschuldigen will.

Krause
Jochen Krause foppte Andrea Ypsilanti. -Foto: ffn

Herr Krause, Sie haben den Franz Müntefering gemacht, und Andrea Ypsilanti ist darauf hereingefallen. Schämen Sie sich gar nicht, die hessische SPD-Vorsitzende gefoppt zu haben?

Mit Ihrer Formulierung beantworten Sie einen Teil der Frage schon selbst: Mit dem Verb „foppen“ verbindet man einen eher harmlosen Scherz, der keinen Schaden anrichtet. Insofern ist Scham sicher nicht angebracht.

Wann werden Sie sich endlich bei allen SPD-Mitgliedern entschuldigen?

Wenn sich Frau Ypsilanti für Ihre Wahllügen öffentlich entschuldigt …? Nee, mal im Ernst, es gibt keinen Grund, sich für den Inhalt des „Crazyphones“ zu entschuldigen.

Wie schwierig war es denn, Andrea Ypsilanti an den Hörer zu bekommen?

Überhaupt nicht schwierig. Mein Kollege Markus Grieger hat als mein „Vorzimmer“ über öffentlich zugängliche Telefonnummern das Sekretariat von Frau Ypsilanti angerufen und ist problemlos durchgestellt worden.

Und Ypsilanti hat nie Verdacht geschöpft, dass da gar nicht Müntefering am Telefon ist?

Sie war der festen Meinung, Müntefering sei dran. Im Nachgespräch hat sie mir allerdings erzählt, sie habe sich zwischendurch mal gewundert, weil er anders als sonst atmete.

„Den Münte machen“ – für einen Stimmenimitator eine echte Herausforderung oder relativ leicht im Vergleich mit anderen Politikern?

Es ist relativ leicht, weil Müntefering einige sehr markante Sprachmerkmale zeigt. Da ist zum einen das sauerländisch gerollte „R“, zum anderen sein Hang zu knappen, fast militärisch kurzen Formulierungen. Viel schwerer ist zum Beispiel die Sprache von Christian Wulff „nachzubauen“, der grammatisch einwandfreies Hochdeutsch spricht, fast ohne regionale Färbung.

Jetzt können Sie es ja bekennen: Wer hat den Mitschnitt ins Netz gestellt?

Ich weiß es nicht. Ich selbst habe mit dem Vorgang nichts zu tun, das kann ich jederzeit mit einer eidesstattlichen Versicherung bestätigen. Im Übrigen habe ich auch viel zu wenig Ahnung von den technischen Abläufen, kann also hier nicht mitspekulieren.

Jedes „Crazyphone“ muss vom Gefoppten ja zur öffentlichen Verwendung freigegeben werden. Sagen viele Nein?

Deutlich über 90 Prozent der Angerufenen stimmen einer Veröffentlichung zu. Viele bitten um einen Mittschnitt auf CD. Die Aufnahmen sind dann bei privaten oder betrieblichen Feiern oft der absolute Knüller. Und wenn das „Opfer“ selbst sich über den Anruf amüsiert, dann hat das „ Crazyphone“ von ffn seinen Zweck erfüllt.

Das Interview führte Joachim Huber.

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