ZDF-Doku von Claus Kleber : Im Tal der Technik-Träume

„Es geht so viel Energie von dort aus": Claus Kleber dokumentiert, wie die „Schöne neue Welt“ des Silicon Valley unsere Zukunft bestimmt.

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Claus Kleber
Claus KleberFoto: picture-alliance / dpa/dpaweb

Absolut faszinierend, aber oftmals auch sehr irritierend, so hat Claus Kleber das Silicon Valley bei den Recherchen für die ZDF-Dokumentation „Schöne neue Welt“ empfunden. Insgesamt 30 Drehtage haben Kleber und Co-Autorin Angela Andersen in Kalifornien verbracht, um sich mit Computerwissenschaftlern, Hirnforschern und Genforschern zu unterhalten.

Für Kleber und Andersen ist dies die zweite Doku über den Schmelztiegel an neuen Ideen und Technologien im Südwesten der USA. Seit der ersten Doku von 2007 und dem Aufstieg von Google und sozialen Netzwerken wie Facebook wirken sich die Veränderungen auf nahezu alle Lebensbereiche aus, sei es mit selbstfahrenden Autos oder in der Medizin.

„Es geht so viel Energie von dort aus – und eben das versuchen wir in den 60 Filmminuten zu erfassen“, sagte Kleber über die Dokumentation, die an diesem Sonntag gezeigt wird.

Am meisten überrascht hat Kleber die Unbefangenheit vieler Forscher. Ein Gesprächspartner habe sich zum Beispiel einen Computer gewünscht, der ihn ständig begleitet und alles aufzeichnet, um ihn Jahre später mit allen nötigen Informationen versorgen zu können. Für ihn als Deutschen, der sich die Frage stellt, ob man das wirklich alles so möchte, sei dies sehr irritierend gewesen, sagt der „heute-journal“-Moderator, der 15 Jahre lang für die ARD als Korrespondent aus den Vereinigten Staaten berichtet hatte.

Interviews mit Google-Gründer Larry Page oder Mark Zuckerberg findet man nicht in der ZDF-Doku. Diese Leute seien sehr scheu. Wenn jedoch Forscher wie der Leiter des Google-X-Labs, Astro Teller, oder Genforscherin Jennifer Doudna anfangen zu reden, sei dies viel interessanter. Die Professorin an der Universität Berkeley hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man Gene von Pflanzen und Tieren so bearbeiten kann wie ein Word-Dokument.

Dabei ist sie sich durchaus bewusst, dass damit die „Büchse der Pandora“ geöffnet wurde. Zurückzuholen sei diese Entwicklung jedoch nicht, also sollte man sie kontrollieren. Dieser Gedanke ist eher für die USA faszinierend, aber auch verstörend. Kurt Sagatz

„Schöne neue Welt – Wie das Silicon Valley unsere Zukunft bestimmt“, ZDF, Sonntag, 23 Uhr 30

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