Medien : ZDF-Gründungsintendant gestorben

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Mit 65 fängt normalerweise der Ruhestand an – anders für Karl Holzamer. Der Professor für Philosophie, Psychologie und Pädagogik (der der Adenauer-CDU nicht ferne stand) wurde am 12. März 1962 zum Gründungsintendanten des ZDF in Mainz gewählt, das ein Jahr später auf Sendung ging. Holzamer blieb ZDF-Chef bis 1977. Das Alter und Holzamers berufliche wie persönliche Herkunft – der Frankfurter wurde am 13. Oktober 1906 in eine katholische Gelehrtenfamilie hinein geboren – lassen einen Volkshochschulintendanten vermuten. Holzamers Leitsatz aber war: „Das Programm wird für den Zuschauer gemacht, nicht der Zuschauer fürs Programm.“ Gewiss, Information und Bildung im umfassenden Sinne hatten bei ihm hohen Stellenwert, zugleich setzte er auf Sport – das „Sportstudio“ läuft heute noch – und Unterhaltung. Der Intendant wollte ein populäres ZDF, wissend, dass der Sender in hohem Maße auf Werbeeinnahmen angewiesen war; prompt wurden die „Mainzelmännchen“ geboren.

Am Sonntag ist Karl Holzamer mit 100 Jahren in Mainz gestorben. jbh

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