ZDF-Nachrichten : "Die Zuschauer finden unser Studio gut!"

Fast einen Monat ist das neue ZDF-Nachrichtenstudio jetzt in Betrieb, viele Zuschauer waren zunächst wenig begeistert. Nun kontert Elmar Theveßen alle Kritik.

Joachim Huber
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Kuckuck, ist da jemand? Die Kameratotale auf Steffen Seibert und Dunja Hayali lässt das Moderatorenduo seltsam entrückt...Foto: ZDF

Herr Theveßen, das neue ZDF-Nachrichtenstudio ist bald einen Monat in Betrieb. Die ersten Reaktionen waren harsch. Ist die Akzeptanz mittlerweile gestiegen?



Die Akzeptanz für das neue Nachrichtenstudio ist sehr hoch. Nach einer repräsentativen Umfrage finden 85,3 Prozent unserer Zuschauer unser Studio gut oder sehr gut. Aus der Kritik der ersten Tage haben wir vor allem die sachlichen Punkte herausgefiltert und einige Veränderungen vorgenommen, wie zum Beispiel die Lesbarkeit der Schrift.

Anders als bei der Konkurrenz wirken die Sprecher und Moderatoren von „heute“ und „heute-journal“ wie verlorene Zwerge im blassblauen Irgendwo und sterilen Nirgendwo der Nachrichten. Sie werden diesen Eindruck nicht teilen. Warum nicht?

Weil ihn auch nicht unsere Zuschauer teilen. Die überwältigende Mehrheit der Zuschauer von über 70 Prozent finden, dass die Moderatoren im neuen Nachrichtenstudio gut zur Geltung kommen. Um die Präsenz weiter zu erhöhen, haben wir zusätzliche Naheinstellungen in die Sendungen eingebaut.

Das ZDF hat leichte Korrekturen vorgenommen, um die Lesbarkeit der Schrift in Erklärstücken und die Kontraste bei Namenseinblendungen zu verbessern. Sehr schön, aber kann das wirklich alles gewesen sein?

Diese Punkte sind uns besonders wichtig, weil sie zur Verständlichkeit der Nachrichten beitragen. Hier werden wir auch bei den Grafiken nachbessern müssen. Aber ein Großteil der harschen Kritik der ersten Tage war nicht repräsentativ und hängt mehr mit Geschmacksfragen und Sehgewohnheiten zusammen. Da werden wir uns noch Zeit geben und unsere Zuschauer intensiv befragen. Wir sehen unser Nachrichtenstudio als „work-in-progress“

Im ZDF-Studio steht jetzt die längste Nachrichtentheke der Welt. Die Abstände zwischen den Nachrichtenleuten sind gewaltig. Warum muss das so sein?

Die Abstände sind geringer als in unserem alten Nachrichtenstudio und wir können Gesprächssituationen besser auflösen. Über 90 Prozent der Zuschauer bewerten das Studio als modern und technisch auf dem neuesten Stand. Zu diesem Eindruck trägt auch der Tisch erheblich bei.

Das ZDF-Publikum gilt als älter und als konservativ. Es hat diese technische Revolution ja nicht verlangt. Ist der Sender für sein Publikum nicht zu weit gegangen?

Nach unserer repräsentativen Umfrage nicht, denn die positiven Bewertungen ziehen sich durch alle Altersgruppen. Bei den für uns besonders wichtigen Eigenschaften – seriös, informativ, glaubwürdig, aktuell und kompetent – liegen wir deutlich über 80 Prozent.

Aus der Sicht der Macher: Wie sehr hat sich die Arbeit erleichtert, ja verbessert?

Die Arbeit ist nicht schwerer oder einfacher durch das neue Nachrichtenstudio geworden, denn nach wie vor kommt es auf die überzeugenden Inhalte bei den Sendungen an. Da gibt uns die neue Technologie mehr Möglichkeiten z. B. durch die 3-D-Grafiken und -Animationen, die 81,3 Prozent unserer Zuschauer gut finden, weil die Nachrichten dadurch verständlicher werden.

Das Interview führte Joachim Huber.

Elmar Theveßen ist der Leiter der Hauptredaktion Aktuelles und stellvertretender Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens in Mainz.

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