Medien : ZDF: Scherz und Herz

Mechthild Zschau

Im Himmel geht es verblüffend ähnlich zu wie auf Erden. Kleine Leute, mickrige Bosse, der undurchsichtige Große ganz oben. Strenge Gesetze, keine Gerechtigkeit, aber immerhin Spuren von Barmherzigkeit. Wunder brauchen Technik, die bekanntlich nur funktioniert, wenn sie will. "Gott spricht durch den Stöpsel" im Ohr und weiß natürlich alles. Auch die Kombination vom Safe mit der Million darin.

Engel sind auch bloß Menschen, wie die heutige ZDF-Fantasykomödie "Himmlische Helden" um 20 Uhr 15 zeigt. Mit Knollennase, zerknitterter Ratlosigkeit und irdischem Ungeschick. Und wenn ER sie auf die Erde schickt, müssen sie sich prompt mit ihresgleichen herumschlagen. So ergeht es Noname, dem armen Kerl unter den Schutzengeln, der wegen erwiesener Unfähigkeit bedroht ist vom Straf-Exil im Andromedanebel. Seine letzte Chance heißt Bugsy. Er ist ein gerade aus den Knast entlassener, kleiner Ganove mit einem großen Wunsch: seinen Sohn aus dem Kinderheim zu befreien. Ein Stoßgebet machts möglich. Noname saust herbei und hat sofort den schönsten Krach mit seinem Zögling. Zwei nette Loser, zum Team zusammengespannt, das kann was werden. Da fliegen Fäuste, bluten Nasen, wird intrigiert und Kino imitiert, was das Zeug hält. Und das passende Mädel findet sich auch am Rande des Abgrundes: eine verwöhnte Zicke namens Jasmin.

Niedlich, dieser Debütfilm von Dominique Lorenz (Buch), den Carsten Fiebeler mit mäßigem Schwung und ein paar hübschen Pointen in Szene setzt. Sebastian Blomberg als Bugsy entfaltet ruppigen Charme, Henriette Heinze lässt durch Jasmins Panzer einen Hauch von Verlorenheit schimmern, Steffen Schult als verliebtem Engel Noname gelingen anrührende Augenblicke. Und dann ist da noch Eva Mattes als dralle Wirtin. Ein richtiger Mensch. Möge ihr der Himmel erspart bleiben.

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