Medien : ZDF spart 2005 vor allem am Programm

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Das ZDF will wegen der niedriger als geplant ausfallenden Gebührenerhöhung im Jahr 2005 vor allem am Programm sparen. Von den zusätzlichen Einsparungen in Höhe von 31 Millionen Euro fielen allein 18 Millionen Euro auf das Programm, kündigte ZDFIntendant Markus Schächter nach einer Fernsehratssitzung am Freitag in Mainz an. Dabei genehmigte das Aufsichtsgremium den ZDF-Haushalt für 2005, der einen Überschuss von 25,1 Millionen Euro vorsieht. Ursprünglich habe das ZDF noch einen Überschuss von 63 Millionen Euro vorgesehen, doch die niedriger und auch später als geplant ausfallende Gebührenerhöhung habe dies verhindert, sagte Schächter. Der Überschuss wird benötigt, um die bislang aufgelaufenen Verluste bis zum Ende der nächsten Gebührenperiode abbauen zu können.

Die zuständige Kommission zur Erfassung des Finanzbedarfs (KEF) hatte zum 1. Januar eine Erhöhung um 1,09 Euro empfohlen, die Ministerpräsidenten aber nur einen Zuschlag um 88 Cent zum 1. April 2005 beschlossen. Die monatliche Gebühr liegt dann bei 17,03 Euro. Die Notbremse muss das ZDF im kommenden Jahr vor allem deshalb treten, weil die Gebührenerhöhungen erst von April an wirksam werden. Neben dem Programm wird darum unter anderem bei der Technik gespart, indem nötige Investitionen gestreckt werden. Auch werde häufiger geleast als gekauft.

Schächter kündigte an, es müsse nun intern verhandelt werden, wie die im Vergleich zur ursprünglichen Haushaltsplanung beschlossene Programm-Einsparung von 18 Millionen Euro umgesetzt werde. Einige für 2005 vorgesehene Programme müssten voraussichtlich „geschoben“ werden. „Das Programm ist die variabelste Größe in diesem Haushalt“, sagte der ZDF-Intendant. Auch im Sport müsse weiter gespart werden, etwa beim UEFA-Cup, sagte Chefredakteur Nikolaus Brender. „Wir sind in den Verhandlungen um die Sportrechte wesentlich härter.“ Die Ende 2004 auslaufende Gebührenperiode schließt das ZDF voraussichtlich mit einem Defizit von unter 100 Millionen Euro ab. Für die neue, bis 2008 laufende Periode, rechne der Sender erstmals seit Beginn der 90er Jahre wieder mit einer „schwarzen Null“, sagte Schächter. sag/Tsp

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