Medien : ZDF verteidigt Lafontaines Flug zum „Dreikampf“

12.09.2005 00:00 UhrVon -

Haben Oskar Lafontaine und das ZDF am vergangenen Donnerstag Gebührengelder der Fernsehzuschauer verschwendet, weil der Spitzenpolitiker der Linkspartei zur Sendung mit Maybrit Illner mit einem Privatflugzeug statt mit einer Linienmaschine von Stuttgart nach Berlin flog? Diese Frage warf gestern die „Bild am Sonntag“ auf, nachdem die Zeitung bereits zu anderer Gelegenheit über eine angebliche „PrivatjetAffäre“ Lafontaines geschrieben hatte, die jetzt die Gerichte beschäftigt. In der ZDF-Sendung „Der TV-Dreikampf“ traf Lafontaine auf den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle und Außenminister Joschka Fischer von den Grünen.

ZDF-Sprecher Alexander Stock wies die Vorwürfe gegen den Mainzer Sender zurück.

„Nach Rücksprache mit dem Landeskriminalamt und den Fluggesellschaften sowie nach Prüfung der verfügbaren Linienflüge stand fest, dass es keine andere Möglichkeit gab, dass Lafontaine rechtzeitig zu der Live-Sendung erscheint“, sagte er dem Tagesspiegel. Alle kostengünstigeren Alternativen seien geprüft worden. Niemand habe eine rechtzeitige Ankunft Lafontaines garantieren können. „Das war ausschlaggebend für die Entscheidung der Redaktion, Herrn Lafontaine ausnahmsweise mit einem Privatjet einfliegen zu lassen.“

Der ZDF-Sprecher widerspricht auch anderen Behauptungen des „Bams“-Berichts: Der ganze Vorgang sei von der ZDF-Redaktion geplant, organisiert und durchgeführt worden. „Weder Lafontaine noch sein Büro hätten Flugzeiten durchgegeben, wie in der ,Bams‘ behauptet. Ich bin falsch zitiert worden“, sagte Stock, der ohne Namensnennung in der Zeitung zitiert wurde.

Ob Lafontaine in die Sendung von Maybrit Illner nun mit Linienflugzeug oder einem Privatjet geflogen ist, stellt für die PDS-Bundestagsabgeordnete Petra Pau „wenig Aufgeregtheit“ dar. „Auch mir wurden schon Privatmaschinen angeboten, weil ich es sonst nicht zu Sendungen geschafft hätte“, sagte Pau. In der Regel würden sich die Fernsehsender um die Verbindungen kümmern und nicht die Politiker. Linkspartei-Sprecher Hendrik Thalheim wirft der „Bams“ vor, sie schrecke vor keinem noch so plumpen und albernen Versuch zurück, einen der Spitzenkandidaten der Linkspartei zu diffamieren. has/mis/sag

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