ZDF : Zwei für eine

Amelie Fried und Ijoma Mangold folgen Elke Heidenreich für die Literatur im ZDF nach.

Joachim Huber
Fried
Amelie Fried und Ijoma Mangold -Fotos: dpa/Bachmann-Preis

Das ZDF hat die Nachfolgefrage für Elke Heidenreich und deren Büchersendung „Lesen!“ geregelt. Amelie Fried und Ijoma Mangold werden sich im Zweiten um Kritik und Empfehlung kümmern. Dies bestätigte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut dem Tagesspiegel am Montag. Die Auswahl sei nach umfangreichem Casting getroffen worden. Nach Belluts Angaben wird die Sendung vermutlich im Mai starten. Die Frequenz, sagte der ZDF-Programmdirektor, werde ähnlich wie bei „Lesen!“ sein, sechs bis acht Mal pro Jahr soll das Format freitags auf dem Sendeplatz von „Aspekte“ laufen. Der Titel werde noch gesucht, „Lesen!“ schloss Bellut definitiv aus, freilich könne der interessierte Zuschauer schon im Sendetitel erkennen, was Thema und Inhalt sei.

Am endgültigen Konzept feilt die Redaktion noch, trotzdem stehen die Rahmenbedingungen fest. Während bei „Lesen!“ Elke Heidenreich mit einem Gast die Sendung bestritt, moderiert beim Nachfolger ein Duo; dazu werden Gäste aus dem Literaturbetrieb während der 30 Minuten erwartet, das Ganze vor Publikum stattfinden. Der Austragungsort stehe noch nicht fest, sagte Bellut.

Der ZDF-Programmdirektor begründete den Wechsel von der Solo- zur Duo-Moderation damit, „dass wir uns eine größere Bandbreite bei den ausgewählten Titeln erwarten“. Durch die Wahl von Amelie Fried habe das ZDF einen „echten Moderationsprofi“ gewinnen können und jemand, der sich vordringlich um die Unterhaltungsliteratur kümmern werde. Ijoma Mangold wurde von Bellut als „junger Wilder“ bezeichnet. Wer Zeit und Lust hatte, konnte dessen Performance-Potenzial schon bei den 3sat-Übertragungen des Ingeborg-Bachmann-Preis erkennen, wo Mangold in der Jury sitzt.

Amelie Fried ist dem Fernseh- wie dem Lesepublikum bekannt. Geboren 1958 in Ulm, arbeitet sie seit 1984 als Fernsehmoderatorin. Sie präsentierte Sendungen wie „Live aus dem Alabama“, „Live aus der Alten Oper“ und „Stern-TV“. Derzeit leitet sie gemeinsam mit „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die Talksendung „3nach9“ von Radio Bremen im NDR-Fernsehen. Diese Aufgabe werde sie mittelfristig aufgeben, sagte ZDF-Programmchef Bellut. 1995 erschien mit „Die Störenfrieds. Geschichten von Leo und Paulina“ das erste Buch von Amelie Fried. Ihre sechs Romane wie „Traumfrau mit Nebenwirkungen“, „Liebes Leid und Lust“ wurden Bestseller, vier davon wurden verfilmt. Fried schreibt außerdem erfolgreich Kinderbücher und Kolumnen. Für „Hat Opa einen Anzug an?“ hat sie den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch gewonnen, für ihre TV-Moderation 1986 einen Adolf Grimme -Preis .

Ijoma Alexander Mangold wurde 1971 in Heidelberg geboren. Sein Vater stammt aus Nigeria. Mangold studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München und Bologna. Er hat für die „Berliner Zeitung“ und seit 2001 für die „Süddeutsche Zeitung“ als Literaturredakteur geschrieben und gearbeitet, 2007 erhielt er den Berliner Preis für Literaturkritik. Zum 1. April wird Ijoma Alexander Mangold stellvertretender Feuilletonchef der „Zeit“. Joachim Huber

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben