Zehn Anzeigen : Staatsanwaltschaft prüft kirchenkritisches Kebekus-Video

Der Kölner Staatsanwaltschaft prüft, ob sie sich mit dem Video der Komikerin Carolin Kebekus beschäftigen wird. Bislang liegen zehn Anzeigen vor.

Das Kirchen-Rap-Video mit Carolin Kebekus.
Das Kirchen-Rap-Video mit Carolin Kebekus.Screenshot: Tsp

Das kirchenkritische Musikvideo der Komikerin Carolin Kebekus wird von der Staatsanwaltschaft Köln überprüft. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn sagte dem epd, er rechne damit, dass die Staatsanwaltschaft das Video demnächst zur Prüfung erhält. Vom Ergebnis ist abhängig, ob ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Die Hürden, bis Satire strafrechtlich relevant werde, seien sehr hoch, sagte Willuhn. Die Staatsanwaltschaft müsse aber den mittlerweile zehn Anzeigen nachgehen, die Privatpersonen nach einem Aufruf der katholischen Pius-Bruderschaft eingereicht hätten. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Kirchensatire eine öffentliche Beschimpfung nach Paragraf 166 des Strafgesetzbuches darstellt, die den öffentlichen Frieden stört.

Das umstrittene Musikvideo „Dunk dem Herrn“, das weiterhin auf Youtube zu sehen ist, zeigt Kebekus als rappende Nonne, die sich als „Bitch des Herrn“ bezeichnet und die unter anderem ein Kruzifix leckt. In dem Clip äußert die Komikerin Kritik am Zölibat und am Ideal der Jungfräulichkeit. Das Video sollte ursprünglich Anfang des Monats in der Auftaktfolge der WDR-Reihe „Kebekus“ zu sehen sein. Der Sender strich jedoch den kirchenkritischen Rap kurzfristig aus der Sendung, woraufhin sich Kebekus öffentlich vom Sender distanzierte. Tsp

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