Zehnte Staffel von "Bauer sucht Frau" startet : Die Bauern-Bause ist zurück

Bereits zum zehnten Mal vermittelt Inka Bause bei "Bauer sucht Frau" einsame Bauernherzen. Begegnung mit einem Energiebündel, das sich bei Jörg Pilawa neulich von einer ganz anderen Seite gezeigt hat.

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Inka Bause moderiert "Bauer sucht Frau".
Inka Bause moderiert "Bauer sucht Frau".Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Huch, meint die das jetzt ernst? „Wenn ich ,Bauer sucht Frau’ moderiere, bin ich per se eine kleine doofe Birne, dann noch blond und aus dem Osten – und Schlagersängerin.“ Eines muss man Inka Bause lassen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, und was sie macht, das macht sie richtig. Seit die Moderatorin vor vier Wochen in Jörg Pilawas ARD-Show „Sing wie dein Star“ die australische Sängerin Kylie Minogue im körperbetonten weißen Einteiler mimte, ist sie in aller Munde. Bauses Dekolleté hat mittlerweile sogar eine eigene Facebook-Seite. Einem Millionenpublikum ist Inka Bause als eher zugeknöpfte Moderatorin von „Bauer sucht Frau“ bekannt, und wer sie in den Tagen vor Beginn der Jubiläumsstaffel der RTL-Soap fragt, ob das mit dem Auftritt bei Pilawa nun eine gute PR-Aktion, Kunst oder vielleicht sogar doof war, erntet einen erstaunten Blick und ein typisch-herzhaftes Lachen.

„Na ja, bei Kylie Minogue ging der Ausschnitt noch deutlich tiefer als bei mir das Dekolleté.“ Sie zupft sich am Rollkragenpullover, schaut ihre Managerin an, die daneben sitzt. Keine Ahnung, ob sie diese Fragen jetzt passend oder überflüssig findet. „Im Ernst, es war eine Rolle. Ich mag Herausforderungen.“ Und: Keiner habe mal gesagt, Mann, die Bause hat bei Pilawa aber gut gesungen.

Da sei sie halt die Bauern-Bause

Dabei sollten wir doch über „Bauer sucht Frau“, Staffel zehn, reden. Vielleicht passt das Comeback der Inka Bause, 1968 geboren in Leipzig, ganz gut in die Zeit des allgemeinen Mauerfall-Gedenkens. Da gibt es offenbar, 25 Jahre später, zwei Wahrnehmungen in Deutschland, was Image und Öffentlichkeit betrifft. Siehe Inka Bause featuring Kylie Minogue. „Einen Teil des Landes regt das überhaupt nicht auf, die kennen mich noch von früher aus Shows, da habe ich Marylin Monroe, Amanda Lear, Marika Rökk nachgemacht.“ Bei den anderen sei sie halt die Bauern-Bause. Schublade. Andererseits, es gebe Kollegen, die kämpfen darum, eine Schublade zu haben.

Inka Bause als Kylie Minogue
Inka Bause als Kylie MinogueScreenshot: Tsp

Die 45-Jährige ist, keine Frage, neben Günther Jauch und Peter Kloeppel eine der Vorzeige-Persönlichkeiten von RTL, und wenn man mit der munter drauflos berlinernden Moderatorin ein, zwei Stunden am Tisch sitzt, lässt sie einen das auch auf charmante Weise spüren. „Die ducken sich bei RTL nicht unbedingt, wenn der Name Inka Bause fällt. Ich bin glücklich da, kaum ein Sender geht so auf meine Wünsche ein.“ Zum Beispiel auf den, dass das Kuppel-Format nicht auf den Schlüsselloch-Effekt setzt, wie es ein Privatsender vielleicht machen könnte: Ein Blick ins Stroh, ein blitzender Busen dort. Nein, seit 2005 verkuppelte Bause auf eher unspektakuläre Weise 25 Paare.

Trotzdem, oder gerade dennoch: „Bauer sucht Frau ist e“ines der langlebigsten und erfolgreichsten Formate im Privatfernsehen. Zum zehnten Mal bringt Inka Bause einsame Bauernherzen zusammen, was am Montagabend im züchtigen Dirndl immer noch für satte sechs Millionen Zuschauer reicht. Marktanteil in der Zielgruppe: 22 Prozent. Das macht die Moderatorin stolz. Da muss sich niemand für Erfolg erklären. Nichts ändern. „Die Bauern sind Veränderung genug“, sagt Inka Bause. „Die überraschen uns Jahr für Jahr mit neuen Typen. Lesben, Schwule, wir hatten schon alles dabei. Manche avancieren dann in der Staffel überraschenderweise zum Publikumsliebling wie Schweinebauer Jürgen.“

Dass manch’ Kritiker beim Namen Schweinebauer Jürgen die Nase rümpft, ist Inka Bause egal. „Als das Angebot damals kam, dachte ich: Mit Gummistiefeln übers Land?“ Und jetzt: Ist „Bauer sucht Frau“ eine Fernseh-Institution. „Ob ich da einen Fernsehpreis bekomme, einen Bambi oder nicht.“ Inka Bause spricht schnell und gern. Als Kind habe sie ein Pflaster auf den Mund gekriegt, wenn sie zu viel geredet hat. Zu Anfang ihrer Karriere wurde sie zunächst ja „nur“ als Tochter eines bekannten Schlagerkomponisten wahrgenommen. Damit kassiere man immer schnell Kritik oder Häme. Klar, bei ihr komme einiges an Vorurteilen zusammen. Siehe die Klischees mit dem Osten und der Haarfarbe und der Schlagersängerin. Sie schmunzelt. „Ich bin seit 30 Jahren Unterhalter, mach’s für die Leute, die Zuschauer. Und die bleiben.“

Was Neues? Ist schwierig

Anders als eine andere attraktive blonde deutsche Schlagersängerin, anders als Helene Fischer, ist Inka Bause kein perfekt inszeniertes Rätsel. Musik steckt ihr aber auch im Blut. Als Erstklässlerin von Talentsuchern der Musikschule Friedrichshain entdeckt, wo sie Geige spielte. 1984 erstmals auf der Fernseh-Bühne. Gesangsstudium. 1987 das erste Album: „Inka“. Nach dem Mauerfall in der ZDF-„Hitparade“ der dritte Platz als erste ostdeutsche Interpretin. Diverse TV-Shows und 2005 – „Bauer sucht Frau“. Offenbar in der Endlosschleife. Vor einem Jahr versuchte es Bause mit einer ZDF-Talkshow am Nachmittag. Ein Flopp. Ihrem Selbstbewusstsein scheint das nicht geschadet zu haben. „Was Neues zu platzieren, ist wahnsinnig schwierig. Es hat halt nicht sollen sein.“

Was Neues platzieren. Dann macht man das halt selbst. Mit Sexappeal à la Kylie Minogue. Wartet Inka Bause jetzt auf den Anruf vom „Playboy“? Nein, natürlich nicht. „Wenn ich mit 20 Nein gesagt habe, warum soll ich mit 45 Ja sagen? Sprach’s, lacht und geht los. Post-Produktion für ihre Show: „Bauer sucht Frau“. Alles echt, nichts kalkuliert.

„Bauer sucht Frau“, Montag, RTL, 20 Uhr 15

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