Zeitschrift : Runge geht, "Vanity Fair" bleibt

Seine schützende Hand wird Bernd Runge künftig nicht mehr über die „Vanity Fair“ legen. Doch das People-Magazin soll auch nach dem überraschenden Rücktritt seines Schöpfers eine Zukunft haben.

Sonja Pohlmann

Seine schützende Hand wird Bernd Runge künftig nicht mehr über die „Vanity Fair“ legen. Doch das People-Magazin soll auch nach dem überraschenden Rücktritt seines Schöpfers eine Zukunft haben: „Die ,Vanity Fair’ wird nicht eingestellt“, teilte der Condé Nast Verlag dem Tagesspiegel mit.

Nach dem Abgang von Verlagsgeschäftsführer Runge am Montag war spekuliert worden, ob nun auch das Schicksal der „Vanity Fair“ besiegelt ist. Sie galt stets als Runges Prestigeobjekt, hat aber seit ihrem Start im Februar 2007 nie die hohen Erwartungen erfüllen können, die mit ihr verbunden waren. Weder hat das Magazin in den knapp zwei Jahren seines Bestehens eine klare Linie gefunden, noch erreicht es so viele Leser, wie wohl erhofft: Nur 40 818 Abos und 90 986 Exemplare im Einzelverkauf verzeichnete das Blatt unter Chefredakteur Nikolaus Albrecht im dritten Quartal 2008.

In der Berliner „Vanity Fair“-Redaktion sind die Mitarbeiter dennoch optimistisch. Die Anzeigenverkäufe würden trotz der Wirtschaftskrise gut laufen, wurde ihnen versichert. Und, so hoffen einige, wechseln Leser der vom Gruner + Jahr Verlag eingestellten „Park Avenue“ jetzt zur „Vanity Fair“. Sorgen bereitet den Mitarbeitern eher, dass Condé Nast die Erscheinungsweise der „Glamour“ von 14-tägig auf monatlich umstellt. Auch die amerikanische „Vanity Fair“ erscheint alle vier Wochen. Doch trotz des Aufwands und der Kosten soll sich beim deutschen Ableger nichts ändern: „Die ,Vanity Fair’ erscheint weiterhin wöchentlich“, teilte der Verlag mit. Fünf Jahre hat der US-Mutterkonzern dem Blatt angeblich als Entwicklungsfrist gegeben. Drei blieben noch. Sonja Pohlmann

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