Medien : Zielgruppe Single: Partnershows im Vergleich

mh

Der Herbst ist da in Deutschland, unübersehbar: Grau in Grau liegt das Land darnieder, wo immer man hinschaut, sind Pfützen, und die einzige Frage, die sich am Morgen zu stellen lohnt, ist: Regnet es heute stark oder sehr stark? Ja, der Winter nähert sich in Riesenschritten, das ist kein Trapsen mehr, kein langsames Vorantasten, sondern High-Speed-Fortschritt, bald kommen Kälte, Schnee und noch mehr Regen.

"Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben", dichtete Rainer Maria Rilke in "Herbsttag". Ob die vom Fernsehen Rilke lesen? Durchaus möglich. Und wenn sie das denn tun, dann werden sie Rilkes zweite Zeile wahrscheinlich sogar als arbeitsplatzgefährend einstufen.

Deswegen haben sich die Herren und Damen von Sat 1, Pro 7, ARD und tm 3 die erste Zeile hergenommen und gedacht "Allein sein, nee, dass darf nicht sein." Auf allen Sendern wird gekuppelt, dass die Schwarte kracht: Die ARD hat soeben eine neue Staffel von "Herzblatt" ins Programm gehoben, auf Sat 1 ist "Nur die Liebe zählt" mit Kai Pflaume aus dem Urlaub zurückgekehrt, auf Pro 7 kommen wieder die "Rosen vom Ex". Und dann ist da auch noch tm 3.

Das Überraschende an der Sache ist: Trotz mehrjährigen Vorsprungs von "Herzblatt" gucken die Deutschen lieber zu, wenn Kai Pflaume auf Sat 1 verkuppelt. In den Marktanteilen der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen führt er im Monatsschnitt knapp vor Herzblatt auf der ARD. Die "Rosen vom Ex" kommen bei den Zuschauern weit weniger an. Abgeschlagenes Schlusslicht der Partnerschafts-Shows ist "Singles 2000" auf tm 3. Für eine Vorabendshow sind die Quoten übrigens bei allen Sendern sehr gut. Im Herbst ist es eben früher dunkel - und früher Zeit zum Fernsehen. Oder zum Briefe schreiben.

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