Zoff im BDZV : „Eine Gefahr für die Zukunft des Verbandes“

Der BDZV hat den Kompromiss über die neuen Internet-Rechte für ARD und ZDF in einer Pressemitteilung als ausgewogen bezeichnet. Der Verleger Alfred Neven DuMont ist ganz anderer Meinung.

Kurt Sagatz
Geburtstagsempfang Alfred Neven DuMont
Verärgert. Verleger Alfred Neven DuMont schreibt dem BDZV-Präsidenten Helmut Heinen einen bitterbösen Brief.Foto: ddp

Die Pressemitteilung des BDZV unter der Überschrift „Zeitungsverleger: Ministerpräsidenten haben klare Grenzen gezogen“ war nicht einmal zehn Zeilen lang. In seinem Wut-Brief braucht Verleger Alfred Neven DuMont eine Din-A-4-Seite, um sein Unverständnis über diese Reaktion darzulegen. Das erste Mal in seinem Arbeitsleben als Verleger finde er sich in einer grundlegenden Erklärung des BDZV nicht wieder, schreibt DuMont. „Und wie ich erfahre, geht es einigen Kollegen ähnlich wie mir. Hier sehe ich eine grundsätzliche Gefahr für die Zukunft unseres Verbandes“, schließt Alfred Neven DuMont sein Schreiben an Helmut Heinen, den Präsidenten des BDZV.

Ist der Zeitungsverlegerverband BDZV ein zahnloser Tiger? Alfred Neven DuMont, Ehrenpräsident des Verbandes, widerspricht dem BDZV in deutlichen Worten. Der neue Rundfunkstaatsvertrag, mit dem geregelt wird, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Internet darf, zeige sich „nur oberflächlich als ausgewogen“. Er realisiere weitgehend die Interessen der Rundfunkanstalten in Online“, schreibt DuMont in seinem Brief an Heinen. „Keinesfalls sehen mein Haus und ich daher eine ,klare Grenze‘, die die Ministerpräsidenten gezogen haben“, erregt sich der Verleger. Für Neven DuMont, selbst 14 Jahre im BDZV-Präsidium, ist die Stellungnahme ein lancierter Schnellschuss. „Offenbar hatte man sich im engen Kreis, wie gelegentlich früher, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt“, so DuMont.

Seinem Ärger hätte DuMont eigentlich auch per Hauspost Luft machen können. Helmut Heinen, der Präsident des BDZV, ist zugleich Herausgeber der „Kölnischen Rundschau“, die nach einer Zeit heftigen publizistischen und wirtschaftlichen Wettbewerbs zur Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg gehört – wobei die Redaktion allerdings unabhängig blieb.

Wie der BDZV auf DuMonts Brief reagiert? Der Brief liege vor, man werde sich damit befassen. Kurt Sagatz

www.fr-online.de
www.bdzv.de

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