Zu meinem ÄRGER : Angsthasen in Fernsehblasen

Die Moderatoren von Radio Eins Robert Skuppin und Volker Wieprecht über Freude und Ärger in der Medienlandschaft.

Herr Wieprecht, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Nachts kann man im BR-Fernsehen Angst kriegen. Im Wissensmagazin „Brain“ reden eine Moderatorin und eingeladener Professor gespielt lebendig über die deutsche Angst und den fehlenden Mut zum Risiko. Tenor: Wir Deutschen sind alle viel zu kritisch. Wir haben vor allem Angst. Wir bringen uns um die Lebensfreude. (Es wirkt wie: liebe Deppen, überlasst das Denken denen, die es können!) Der Nachweis sollte durch einen Film erbracht werden, in dem zwei Reporter als Bürgerinitiativler auftreten und Passanten vor Dihydromonoxid und seinen schlimmen Folgen warnen. In 90 Minuten sammeln sie 40 Unterschriften. Nur einer weiß, dass Dihydromonoxid nichts anderes als Wasser ist. In meinen Augen beweist das erst mal nur, dass wir alle nicht kritisch genug sind, wenn eine Kamera uns filmt.

Herr Skuppin, gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Marcel Reich-Ranicki und sein Auftritt bei der deutschen Fernsehpreisverleihung inklusive der Reaktionen. Mutig hat ein eitler und teilweise auch ungerechter 88-Jähriger einer langweiligen, selbstgefälligen Gala den einzigen Höhepunkt serviert. Klar, der Vorwurf, das Fernsehen sei flach geworden, ist so alt wie der Kritiker und so pauschal auch überzogen. Aber der Finanzmarkt hat auch nie auf Kritiker gehört und ständig neue Derivate, Zertifikate und faule Kredite ausgebrütet. Diese Blase ist geplatzt, es kommt der Tag, da platzt die Fernsehblase!

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