Zu meinem Ärger : Animateure für Fischers Almanach

Worüber sich Roland Tichy, Chefredakteur der "Wirtschaftswoche", in dieser Woche in den Medien am meisten aufgeregt hat.

Tichy: Geärgert? Nein, eher gelacht: Darüber, dass die „Frankfurter Rundschau“ so klein geworden ist, dass sie konsequent keine halbe ihrer Winzzeilen mehr für Quellen opfern kann, und über die Salonstrategen von „Cicero“, die uns Gerhard Schröder als nächsten Kanzlerkandidaten der SPD einreden wollen. Hübsch, wie sich „Spiegel“ und „Stern“ als Verkaufsanimateure für Joschka Fischer hergeben, der über seine qualvollen Jahre bei den Grünen abseiern darf. Soweit ich aus gut informierten Kreisen weiß, hat ihn niemand gezwungen, den grünen Clown zu geben.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

Habe zum ersten Mal seit 20 Jahren gerne die Fernsehapparatesteuer an die ARD bezahlt. „Die Frau vom Checkpoint Charly“, vor allem aber die Talkshow dazu von Anne Will: hervorragend. Endlich hat sich jemand im deutschen Fernsehen getraut, der sonst üblichen Verniedlichung der mörderischen DDR entgegenzutreten. Hervorragend, wie Anne Will den sonst immer so herummoralisierenden Gefängnispfarrer Friedrich Schorlemmer und Petra Pau Raum gegeben hat, ihre Peinlichkeiten vorzuführen.


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