Zu meinem ÄRGER : „Beck und das Qualitätsfernsehen …“

Herr Sommerfeld, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Dass die Wiederholung der Sendung „Quoten, Klicks & Kohle“ von SWR-Chefreporter Thomas Leif wieder erst zu nachtschlafender Zeit gesendet wurde. So entging zu vielen Zuschauern, wie die ARD ihre Rundfunkgebühren missbraucht, um eine beispiellose Propaganda gegen die deutschen Zeitungen zu finanzieren. Dass er den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck nicht als den öffentlich-rechtlichen Standortpolitiker präsentiert, der er ist, sondern ihn lediglich als Vorkämpfer des Qualitätsfernsehens stilisiert, zählt zu den wirklich komischen Momenten unfreiwilliger Satire.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

Dass der Anti-Nazi-Blog „Störungsmelder“ für den „Grimme Online Award“ nominiert wurde. Er hat zuletzt in der Debatte um den zuerst als Kultusminister nominierten und dann davon zurückgetretenen thüringischen CDU-Politiker Peter D. Krause gezeigt, dass er auf schlichte Antifa-Reflexe verzichtet und es versteht, sorgfältig zwischen Konservativen und Rechtsextremen zu unterscheiden. Hoffentlich gereicht ihm diese Klugheit, die mit den hierzulande üblichen Erwartungen eher bricht, bei der Auswahl der Jury nicht zum Nachteil.

Franz Sommerfeld,

Chefredakteur

„Kölner

Stadtanzeiger“.


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