Zu meinem Ärger : Boris Becker allein reicht nicht. Wir brauchen Lanz

"Manager Magazin"-Chefredakteur Steffen Klusmann ärgert sich darüber, dass Markus Lanz für quasi alles steht, was schlecht ist an den Öffentlich-Rechtlichen.

Steffen Klusmann ist Chefredakteur des „Manager Magazins“. Foto: Promo
Steffen Klusmann ist Chefredakteur des „Manager Magazins“.Foto: Promo

Herr Klusmann, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Dass Markus Lanz inzwischen für quasi alles steht und herhalten muss, was wir schlecht finden an unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (wo bleibt die Qualität, wo der Bildungsauftrag?) – geschenkt. Der Mann tut ja wirklich alles für diesen Ruf. Im Fernsehen braucht heute jeder ein Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Proposition), um sich selbst als Marke etablieren zu können. Und bei Markus Lanz ist dieser USP eben seine authentische Peinlichkeit. Trotzdem geht das mit der Online-Petition zu weit. Ich bin sehr froh, dass sich bis Freitagmittag nur gut 230 000 Menschen dem Aufruf „Lanz raus aus meinem Rundfunkbeitrag“ angeschlossen haben. Wir brauchen Typen wie ihn in Deutschland. Boris Becker allein reicht nicht.

Gab es auch etwas, über das Sie sich freuen konnten?

Ich finde es toll, dass ich das RTL-„Dschungelcamp“ nicht gucken muss, und trotzdem mitreden kann. Dank der liebevollen Berichterstattung auf den Websites. Ganz großartig war das Stück von meiner ehemaligen Kollegin Anja Rützel auf Spiegel Online (Winnie? Puh!). Die hat als Erste erkannt, dass es sich beim Camp nicht einfach nur um banalen Trash, sondern um eine Reality-Inszenierung von Peter Pan handelt, Kultur also (auch wenn’s nur Disney ist). Unbedingt lesen!

Welche Website empfehlen Sie?

Ich gehe morgens gerne auf digg.com. Dort bekommt man jenseits der klassischen News einen guten Überblick über all das, was in den USA gerade los ist. Digg kuratiert amerikanische Websites und liefert mir eine Art Best-of der Geschichten im Netz. Man muss natürlich deren Auswahl mögen. Meine tägliche Wirtschafts-Lektüre, neben Manager Magazin Online natürlich: „Business Insider“.

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