Zu meinem ÄRGER : Ein Großer wird verschlampt

Was hat Sat1 nur mit der Gottschalk-Show gemacht? Die Medienwoche im Blick von Moderator Thomas Hermanns.

Thomas Hermanns
Thomas HermannsFoto: WDR/Ben Knabe

Herr Hermanns, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien denn am meisten geärgert?

Über die – auch in der zweiten Ausgabe – völlig verschnittene „Little-Big- Stars“-Show mit Thomas Gottschalk und damit über einen leisen, von der Produktion verschlampten Abgang des größten deutschen TV-Moderators. Sat1 war wahrscheinlich der letzte Sender, der Thomas Gottschalk eine große Prime-Time-Show angeboten hat. Die Art und Weise, wie die stilprägenden Begabungen von Thomas Gottschalk in Punkto Spontanität und Improvisation mit den Kindern im Schnitt behandelt wurden, zeigt, wie der Satz „Wir machen das alles in der Post-Produktion“ zu einem Quotenflop und damit unrühmlichen Ausgang führen kann.

Gab es auch etwas in den Medien in dieser Woche, worüber Sie sich freuen konnten?
Ja – es gibt sie noch: die gute alte „heart warming“ Sitcom. „Mom“ von Altmeister Chuck Lorre und mit Superstar Allison Janney auf Pro7 zeigt, dass sich immer noch Sitcoms finden lassen, die lustig sind, aber auch wirklich das Gemüt erwärmen wie früher mal „Golden Girls“ und Co. In der Folge am Donnerstag dieser Woche wurde das Thema Krebs meisterlich behandelt. Es wurde wieder einmal die Frage beantwortet, ob man über alle Themen gute Comedy machen kann.

Ihr Lieblings-Internet-Video?
Ohne mich selbst zu promoten – ich habe diese Woche auf Youtube mein altes „Flashdance“-Video aus der „Barbara Schöneberger Show“, damals im ZDF, einem fassungslosen Ballett Ensemble gezeigt, mit dem ich zurzeit zusammen arbeite. Ich liebe Youtube – nichts Gutes (und auch nichts Schlechtes..) wird darin je verschwinden.

Thomas Hermanns, 54, moderiert montags im WDR die Kultursendung „Westart live“ (22 Uhr 40), inszeniert an der Oper Leipzig derzeit „Kein Pardon- Das Musical“ nach Hape Kerkeling.

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