Zu meinem ÄRGER : Für Kultur muss man ins Kino

Manfred Eichel resümiert die Medienwoche.

Manfred Eichel lehrt Fernseh-Journalistik an der Universität der Künste. Knapp 30 Jahre lang hat er für ARD und ZDF Kultursendungen geleitet und moderiert.Foto: Bienert
Manfred Eichel lehrt Fernseh-Journalistik an der Universität der Künste. Knapp 30 Jahre lang hat er für ARD und ZDF...

Herr Eichel, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Worüber ich mich auch sonst zuweilen ärgere: dass man fundierte und dann auch noch süffig gemachte Fernseh-Berichte über aktuelle Kultur nur mit viel Geduld neben der „Kulturzeit“ bei 3sat oder bei Arte findet. Klar: Auch das Nachdenken über Politik und Gesellschaft gehört zur Kultur. Schade nur, dass dabei immer öfter der Blick auf die Kreativen selbst zu kurz kommt. In den Dritten wird man außerhalb mancher Magazine nur ganz selten fündig und in den bundesweiten ARD- und ZDF-Programmen so gut wie gar nicht mehr. Wenn man fantasievoll gemachte Künstler-Porträts oder Kultur-Reportagen sehen will, muss man leider längst ins Kino gehen.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Wie gesagt: über die letzten Kultur-Inseln in den Dritten – über „Stilbruch“ oder „west.art“, über „Capriccio“ oder das „Kulturjournal“. Die haben auch diese Woche wieder gezeigt, dass man sich mit originellen Entdeckungen profilieren und dass man die spektakulären Society-Events ganz gelassen den Experten von „Brisant“ oder „Leute heute“ überlassen kann.

Welche Homepage, welches Youtube-Video können Sie empfehlen?

Youtube. Unter „Flashmob, Staatsballett Berlin“ finden Sie ein mitreißendes Spektakel mitten im Berliner Hauptbahnhof: Flott und anrührend zugleich.

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