Zu meinem Ärger : Googles schöne neue Welt

Phoenix-Programmgeschäftsführer Michael Hirz ärgert sich über die mächtigen Internet-Giganten und freut sich über eine Doku, die den Maler Gerhard Richter zeigt.

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Foto: PhoenixFoto: PHOENIX/Reinhard Scheiblich

Herr Hirz, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über die neueste Unverschämtheit aus dem Hause Google. Google verkauft für satte 1500 US-Dollar die ersten Exemplare seiner Datenbrille „Glass“ – verbietet aber das Verleihen, Weiterverkaufen etc. Ausdrücklich behält sich Google das Recht vor, die Datenbrille dann per Knopfdruck aus der Ferne zu zerstören. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Allmacht der Konzerne Google, Apple & Co. Wir kaufen und zahlen Geräte wie Smartphones, Tablets oder demnächst die Datenbrillen – aber die Verfügungsmacht bleibt bei Giganten wie Google und Apple. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass uns künftig kaum noch ein technisches Gerät, das wir kaufen, auch gehört. Denn die Software, die alles steuert, erwerben wir nicht mit, sie gehört weiter den Konzernen. Schöne neue Welt.

Gab es auch etwas, über das Sie sich freuen konnten?

Ja, durchaus und ohne Einschränkung. Das war die TV-Dokumentation auf Arte über den wohl größten und teuersten Gegenwartskünstler, über den Maler Gerhard Richter. Wie dieser Film den so öffentlichkeitsscheuen, unnahbaren, stillen Ausnahmekünstler gezeigt hat, wie Kunst als zeitweise quälender, aber auch befreiender Prozess anschaulich gemacht wird – das war einfach nur großartig.

Welche Website können Sie empfehlen?

Die Seite Couchfunk.tv – Fernsehzeitschrift und Kommunikationsplattform in einem. Man kann Sendungen verfolgen und sich gleichzeitig darüber mit anderen austauschen. Das ist wetterunabhängiges Public Viewing im eigenen Wohnzimmer. Klasse.

Michael Hirz ist

Phoenix-Programmgeschäftsführer (ARD) und Moderator der

Phoenix-Talkrunde

„Unter den Linden“.

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