ZU MEINEM ÄRGER : Häme für die Bischöfin

Frau Hofmann, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien geärgert?

Wenn die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche betrunken Auto fährt, dann ist das in etwa so, als hätte man Angela Merkel beim Ladendiebstahl erwischt. Aber die Häme, mit der die BoulevardSchlagzeilen Margot Käßmann niederschrieben („Die Promille-Bischöfin“), fand ich ziemlich daneben. Schön, dass die „Süddeutsche Zeitung“ nie die Contenance verliert und differenziert über den Fall berichtet („ein fehlbares Vorbild“) und ihr sofort nach dem Rücktritt eine Seite Drei widmet, die mit jeder Zeile klarmacht: Schade, dass diese Frau nun weg vom Fenster ist.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Die Titelgeschichte des aktuellen „Stern“ mit Ursula von der Leyen, der „Hartz-Dame“. Ziemlich respektvolle Annäherung an eine Frau, die eine unglaubliche Karriere hingelegt hat. (Schade nur, dass von der Leyen beim Essen so genussfeindlich ist und grundsätzlich Beilagen und Nachtisch liegen lässt).

Welche Website können Sie empfehlen?

Ich mag den Bilderblog: www.theimpossiblecool.com. Völlig sinnfrei, aber wunderbare Fotos. Und während des langen, trüben Winters haben wir uns oft über „Switch reloaded“ amüsiert. Kerner interviewt Beckmann. So viel lustiger als die Originale: http://www.youtube.com/watch?v=rPSgneakHV0

Sabine Hofmann ist Chefredakteurin der im Condé Nast Verlag erscheinenden

Hochglanzfrauenzeitschrift „Myself“.

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