Zu meinem ÄRGER : Hochgebauscht, viel, viel Drama

Allerlei Nachrichten und die nächtliche Liz Taylor: Die Medien-Kolumne der Woche von Moderatorin Pinar Atalay.

Foto: Pheonix
Foto: PheonixFoto: PHOENIX

Frau Atalay, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien denn am meisten geärgert?

Nachrichten sind Nachrichten. Sie sollen informieren, helfen, Zusammenhänge zu verstehen. Ohne Show, ohne Gedanken: Wie kann ich es dramatischer machen? Bei der Nachrichtenlage, Krieg in Libyen, Atomkatastrophe in Japan, Personaldebatten in der deutschen Politik, freue ich mich über jede Sendung, deren Macher ihr Handwerk verstehen. Um so mehr hat mich das Hochbauschen und Dramatisieren in „Nachrichtensendungen“ auf Pro7 oder RTL geärgert. Spekulationblasen neben Meldungen, die keinen Menschen interessieren. Genauso ärgert es mich, dass das ZDF als öffentlich-rechtlicher Sender vor allem auf Quote setzt, bei Nachrichten so gut ankommen will wie die private Konkurrenz.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Die vielen Filme, in denen die großartige Elizabeth Taylor zu sehen war. Ich fand es schade, dass die Sender nicht sofort reagiert und ihr Programm umgeschmissen haben. Aber fast jeden Abend liefen Liz Taylors Klassiker wie „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ oder „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, oft in der Nacht, aber das Wachbleiben hat sich gelohnt.

Was ist Ihre Lieblings-Website derzeit?

Schlicht und ergreifend: tagesschau.de. Mehrmals täglich meine Info-Seite. Immer schnell, aktuell aber auch Hintergründig, interaktiv und multimedial. Bei der sich derzeit überschlagenden Nachrichtenlage eine verlässliche Quelle.

Pinar Atalay

Reporterin, Moderatorin „Phoenix Runde“, „NDR aktuell“

0 Kommentare

Neuester Kommentar