Zu meinem ÄRGER : Hunde bellen Minister Maas an

Der Autor, Regisseur und Produzent wünscht sich einen standhaften Justizminister Heiko Maas, damit Urheber bessergestellt werden.

Stephan Wagner
Stephan Wagner ist Autor, Regisseur und Produzent
Stephan Wagner ist Autor, Regisseur und ProduzentFoto: Heiko Ulrich

Herr Wagner, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Seit über einem halben Jahrhundert fordert der Bundesgerichtshof die finanzielle Beteiligung von Werkschöpfern an der Nutzung ihrer Werke. Der öffentliche Feldzug der Verwerterseite gegen die von Justizminister Heiko Maas betriebene Novelle des Urhebervertragsrechts versucht, mit verbaler Lobotomie den Patienten Urheber bei lebendigem Leib unschädlich zu machen. Das mag zwar Job der Lobbyisten in dieser Beratungsphase des Gesetzesvorschlags sein, ist aber trotzdem ärgerlich und erinnert an die Mindestlohndebatte vor zwei Jahren. Damals verkündete so mancher Interessensvertreter den Untergang des Abendlandes. Von Kritik heute auf weiter Flur keine Spur... Ich kann nur hoffen, dass Justizminister Maas von der Meute bellender Hunde unbeeindruckt bleibt. Gerade der Filmbereich geriet bei der letzten Novelle 2002 in letzter Sekunde massiv unter die Räder. Das darf sich 2016 nicht wiederholen, wenn das Gesetz etwas wert sein soll.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Wenn man das deutsche Kino zu den für diese Frage qualifizierenden Medien zählen darf, habe ich mich gefreut, meine fünfjährige Tochter bei ihrem ersten Kinobesuch zu begleiten. Die Euphorie in ihren Augen, während sie gebannt auf die Leinwand blickt, war mein Höhepunkt der Woche. So viel zu den immerwährenden Kassandras, das Kino wäre tot.

Welche Homepage können Sie empfehlen?

Der Medienblog www.perlen-des-lokaljournalismus.de bestätigt immer wieder die Annahme, dass der eigene Tag gar nicht so schlecht gewesen sein kann wie der mancher zitierter Medienmacher.

Stephan Wagner, dreifacher Grimme-Preis-Träger, Regisseur und Drehbuchautor, ist mit seiner Produktionsfirma „carte blanche“ auch als Produzent tätig.

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